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KRIENS/HORW/LUZERN: Boom-Gebiet soll belebt werden

In Luzern Süd entsteht eine Grossüberbauung nach der anderen. Wo die künftigen Bewohner ihre Freizeit verbringen sollen, wurde bei der Planung jedoch kaum beachtet. Das soll sich nun ändern.
Kriens Süd – zugleich Luzern Süd – mit den beiden Grossbaustellen Mattenhof und Schweighofpark. Rechts das Nidfeld-Areal. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 22. April 2017))

Kriens Süd – zugleich Luzern Süd – mit den beiden Grossbaustellen Mattenhof und Schweighofpark. Rechts das Nidfeld-Areal. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 22. April 2017))

Sage und schreibe 10 000 bis 15 000 Wohn- und Arbeitsplätze sollen im Gebiet Luzern Süd an den Gemeindegrenzen von Kriens, Horw und der Stadt Luzern in den nächsten 20 Jahren entstehen. Die Leute sollen aber nicht nur dort schlafen oder arbeiten, sondern auch ihre Freizeit verbringen.
Aus diesem Grund organisieren die betroffenen Gemeinden gemeinsam mit dem regionalen Entwicklungsträger Luzern Plus im März 2018 einen Workshop mit Leuten aus der Bevölkerung. Konkret werden gemäss Thomas Glatthard, Gebietsmanager Luzern Süd beim regionalen Entwicklungsträger Luzern Plus, unter anderem folgende Fragen thematisiert: Welche Aktivitäten sollen im Gebiet künftig möglich sein? Welche Bedürfnisse wie etwa Kindertagesstätten, Schulräume oder Freizeitangebote gibt es?

Jugendvereine, Altersorganisationen und Quartiervereine nehmen teil

«Das Thema hat für mich eine hohe Bedeutung», sagt der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne). «In den vergangenen Jahren standen richtigerweise Themen wie Städtebau, Verkehr und Energie im Zentrum. Nun haben wir erkannt, dass zusätzlich die sozialen Räume und die öffentlichen Nutzungen ein hohe Bedeutung für die Aufenthaltsqualität der Menschen haben werden.» Neben Freizeitangeboten nennt Wiget auch die Entsorgung als Beispiel. «Wir haben es immer noch nicht geschafft, eine Lösung für den überlasteten bestehenden Ökihof zu finden.»
Die Berücksichtigung sogenannter «sozialräumlicher Themen» sei «ein elementarer Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung», sagt auch die Luzerner Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Der Workshop soll helfen, «Interessen abzuwägen und vorhandene soziale Anliegen, die bislang vielleicht zu wenig stark berücksichtigt wurden, in die weiteren Planungen in Luzern Süd einfliessen lassen zu können».

Für die Einladungen zum Workshop sind die Gemeinden zuständig. Angefragt werden in Kriens und der Stadt etwa Jugendvereine, Altersorganisationen, Quartiervereine und Leute aus den Bereichen Soziales, Bildung, Sport, Freizeit, Kultur, Planung und Bau, Verkehr, Kirchgemeinden sowie die Immobilienbranche. Weiter nehmen Vertreter der jeweiligen Verwaltungen und Exekutiven teil.

Zahlreiche Gebäude sind schon im Bau – kommt der Workshop nun nicht zu spät? «Wichtig ist bei einer Planung, dass immer wieder eine Standortbestimmung durchgeführt wird. Das haben wir nun gemacht und sofort gehandelt», sagt Wiget. «Dazu kommt, dass noch längst nicht alles fertiggeplant oder sogar bebaut wäre.» Ausserdem habe man auch bei der städtebaulichen Betrachtung gewisse soziale Aspekte berücksichtigt. «Beim Mattenhof zum Beispiel ist ein öffentlicher Platz vorgesehen. Aber wir haben das Gebiet noch nicht zusammenhängend im Hinblick auf Sozialräume durchleuchtet.»

Hochschule Luzern begleitet den Prozess

Der Workshop wird von der Hochschule Luzern für Soziale Arbeit begleitet. Sie wird die Schlussforderungen in einem Bericht zusammenfassen und einen Massnahmenkatalog erarbeiten. Diese seien für die Gemeinwesen noch nicht verbindlich, wie Manuela Jost sagt. «Die Steuerungsgruppe Luzern Süd wird zusammen mit dem Gebietsmanager entscheiden, wie konkret mit den Resultaten des Workshops weiter gearbeitet werden soll.»
Welche Massnahmen könnten sich aus dem Prozess ergeben? Cyrill Wiget will noch nichts vorwegnehmen, erwähnt aber folgende Beispiele: «Wo werden in einem zukünftigen Stadtteil Märkte, Konzerte oder Theateraufführungen im öffentlichen Raum stattfinden? Wo werden sich Jugendliche oder ältere Menschen treffen? Wo braucht es sicher eine Bar oder ein Café ? Wo sind die öffentlichen Toiletten? Eine Stadt lebt wesentlich vom öffentlichen Raum.»
Wie viel das Mitwirkungsprojekt kostet, ist gemäss Thomas Glatthard noch offen. Der Betrag werde über das Budget Luzern Süd von den Gemeinden Kriens und Horw sowie der Stadt Luzern getragen. Für die Kommunen entstünden daher keine zusätzlichen Kosten.

Box: Busspur auf der Ringstrasse?
Der Kanton Luzern prüft Anpassungen der Ringstrasse, die vom Kreisel Mattenhof in Kriens via Pilatusmarkt zum Kreisel Merkur in Horw führt. Zur Diskussion stehen etwa eine Busspur, Ausbauten an den Zufahrtstrassen und die Umgestaltung des Kreisels Mattenhof in eine Kreuzung mit Lichtsignalanlage. Gemäss Entwurf für das kantonale Bauprogramm 2019-2022 sind für sämtliche Massnahmen rund 13,5 Millionen Franken eingeplant. Die Vernehmlassung zum Bauprogramm läuft noch bis am 26. Januar. Welche Massnahmen dann tatsächlich umgesetzt werden sollen, entscheidet der Kantonsrat voraussichtlich gegen Ende 2018.

Stefan Dähler

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