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KRIMI: «Das war bis jetzt der beste Luzerner ‹Tatort›»

Mit «Schmutziger Donnerstag» lief gestern der vierte Luzerner «Tatort» am TV. Fanclub-Gründer François Werner ist voll des Lobes. Und er sagt, welches Bild er nun von der Luzerner Fasnacht hat.
Interview Andrée Stössel
Bei den Dreharbeiten zum Tatort auf dem Kapellplatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Bei den Dreharbeiten zum Tatort auf dem Kapellplatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

François Werner, in der «Tatort»-Fan-Szene gelten Sie als der Experte schlechthin. Was halten Sie vom «Schmutzigen Donnerstag»?

François Werner: Ich bin der Meinung, dass das bis jetzt der beste «Tatort» aus Luzern war.

Aus Luzern oder aus der Schweiz?

Werner:Der beste «Tatort» mit Reto Flückiger als Kommissar. Wie bei allen «Tatorten» – nicht nur den Schweizer – ist es eine Berg-und-Tal-Fahrt. Es gab auch bei den Berner Krimis gute und schlechte.

Was macht einen guten «Tatort» aus?

Werner: Eine gute Mischung aus Spannung, Unterhaltung, Geschichte, aus schönen Bildern und passender Besetzung. Das Format ist um Realitätsbezüge bemüht und vielseitig. Ein «Tatort» darf zwar auch mal ein bisschen vorhersehbar sein, so, dass man mehr weiss als der Kommissar. Doch er sollte in erster Linie immer wieder überraschen.

Was ist denn am «Schmutzigen Donnerstag» besonders gut?

Werner: Das Team hat sich jetzt, nach vier Folgen, langsam gefunden. Reto Flückiger wird als jemand erkennbar, der die Fasnacht nicht mag, und die Kommissarin ist lesbisch, das gab es noch nie. Die polizeilichen Ermittlungen werden schön gezeigt, das Milieu ist sehr faszinierend und bunt. Der Luzerner «Tatort» steigert sich eindeutig. Die letzten beiden Folgen fand ich etwas langweilig.

Was halten Sie von DJ Bobos Gastauftritt in der Traumsequenz?

Werner:Solche Kurzauftritte von Prominenten sind typisch für den «Tatort». Man kann darüber streiten, ob das lustig ist oder nicht, aber solche Überraschungsmomente sind Lichtblicke und steigern die Einschaltquote.

Bei uns gab es rund um die Dreharbeiten zu «Schmutziger Donnerstag» einen riesigen Aufschrei aus den Reihen der Zünfte. Die Fasnacht werde schlechtgemacht, fürchtete man. Welches Bild haben Sie nach «Schmutziger Donnerstag» von der Luzerner Fasnacht?

Werner:Ich war nie an der Luzerner Fasnacht, und mir ist klar, dass das, was im Film gezeigt wird, nicht unbedingt Realität ist. Das Bild, das ich nach dem «Tatort» habe, ist ein buntes. Es zeigt einen anderen Karneval als zum Beispiel beim «Tatort» in Köln. Es ist sehr schön, auch mal diesen Farbtupfer aus der Schweiz zu sehen. Im Übrigen gab es bis jetzt bei jedem Karnevals-«Tatort» einen solchen Aufschrei. Da fühlen sich immer irgendwelche Leute und Zünfte auf den Schlips getreten. Gerade die Leute, die Spass verstehen sollten, nehmen die Sache, wie man sieht, manchmal viel zu ernst.

Wie erleben Sie als Deutscher den Schweizer «Tatort»?

Werner: Ich muss Ihnen sagen, ich habe die Schweizer «Tatorte» immer gern geguckt, auch die Folgen in den ersten zwölf Jahren aus Bern. Die Schweizer «Tatorte» sind einfach anders, ich fand das immer interessant zu sehen.

Was ist denn so anders?

Werner: Da ist beispielsweise die Kommunikation in den Teams, aber auch die gezeigten Milieus sind anders. Die Schweizer «Tatorte» sind immer ein Farbtupfer, auch wenn nicht jede Folge gelungen war. Es gab auch ein paar sehr Klischee-beladene.

Haben Sie schon mal einen «Tatort» auf Schweizerdeutsch angeschaut?

Werner: Ich habe mir «Schmutzigen Donnerstag» in der Originalsprache auf DVD zukommen lassen. Allerdings verstehe ich kein Wort. Also schaue ich mir den Schweizer «Tatort» jeweils synchronisiert an. Dabei geht manchmal zwar etwas an Sprachwitz verloren. Aber man versteht ja auch nicht immer alle Witze in den österreichischen Folgen.

HINWEIS
Wie hat Ihnen «Schmutziger Donnerstag» gefallen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung auf www.luzernerzeitung.ch/forum

Alles zum Tatort

François Werner aus Mannheim hat vor 16 Jahren die Plattform «Tatort-Fundus» gegründet. Von Interviews über Zusammenfassungen bis Analysen findet sich hier alles rund um die erfolgreiche Krimiserie. Die Seite hat laut Werner mittlerweile rund 200 000 Besucher im Monat. Gegründet hat er die Plattform als Student. «Ich bin schon immer ein Fan von Krimis und Fernsehfilmen gewesen. Und ich habe gemerkt, dass man über das Thema ‹Tatort› mit vielen Menschen ins Gespräch kommt. Zum ‹Tatort› hat jeder etwas zu sagen.»

André Stäössel

www.tatort-fundus.de

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