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KRIMI: Philip-Maloney-Film mit Lego

Nach jahrelanger Arbeit hat Joel Richard es geschafft: Er hat eine ganze Folge des Hörspiels «Philip Maloney» verfilmt.
Olivia Steiner Olivia Steiner
Privatdetektiv Philip Maloney als Lego-Figur auf dem Polizeirevier im Gespräch mit einem Polizisten und einer Zeugin. Szenenbild aus dem Film von Joel Richard. (Bild PD)

Privatdetektiv Philip Maloney als Lego-Figur auf dem Polizeirevier im Gespräch mit einem Polizisten und einer Zeugin. Szenenbild aus dem Film von Joel Richard. (Bild PD)

Wer kennt sie nicht, die raue Stimme des Privatdetektivs Philip Maloney, die jeweils sonntags auf dem Radiosender SRF 3 zu hören ist. Nun hat der bekannte, Whisky trinkende und stets von Geldsorgen geplagte Maloney nicht mehr nur eine Stimme, sondern auch ein Gesicht. Und zwar das Gesicht einer Lego-Figur. Dies dank dem Luzerner Hobbyfilmer Joel Richard. Vor kurzem hat er den dritten Teil der mit Lego-Figuren gedrehten Maloney-Folge «Auf der Flucht» veröffentlicht (siehe Bonus).

1500 Stunden Arbeit

Das Ganze funktioniert so: Mit Lego-Bausteinen konstruiert der 27-Jährige eine Kulisse, platziert die Lego-Figuren darin und schiesst ein Foto. Danach bewegt er die Figuren ganz leicht und schiesst das nächste Bild. Indem anschliessend zahlreiche Bilder schnell aneinandergereiht werden, entsteht die Illusion einer Bewegung. Zusätzlich bearbeitet Richard den Film am Computer, wobei er analog zum Text bewegte Münder konstruiert, Licht und Farbe bearbeitet oder Regen animiert. Eine aufwendige Arbeit. «Um eine Sekunde Film zu erzeugen, investiere ich zirka eine Stunde Arbeit. Für die Produktion der gesamten Folge habe ich also rund 1500 Stunden gebraucht», erzählt der offene und aufgestellte junge Mann.

Weshalb der grosse Aufwand? «Das Filmemachen war schon immer eine grosse Leidenschaft von mir. Früher habe ich mit meinen Kollegen als Schauspieler gearbeitet. Doch diese hatten immer weniger Zeit, weshalb ich einen Weg suchte, unabhängig zu arbeiten.» Dabei stolperte er über Brickmovies, wie die Lego-Filme auch noch genannt werden. «Um ein gutes Werk zu schaffen, wollte ich mit einer fertigen Tonspur arbeiten. Da kam mir sofort Philip Ma-loney in den Sinn. Er ist ein bekanntes Schweizer Kulturgut und gefällt mir auch persönlich sehr gut», so Richard.

Ein Jahr Arbeit pro Filmteil

Das benötigte technische Wissen hat er sich Stück für Stück angeeignet. Geholfen hat sicher auch, dass er eine Lehre als Informatiker gemacht hat und über ein gewisses technisches Grundverständnis verfügt. Nachdem er probehalber ein Musikvideo mit Lego-Figuren gedreht hatte, startete er 2010 mit der Produktion der Philip-Maloney-Folge. Ein Jahr lang hat er am ersten 8-minütigen Teil gearbeitet. «Während dieser Zeit machte ich an der Hochschule Luzern in Horw das Studium Wirtschaftsingenieur Innovation und konnte mir die Zeit sehr flexibel einteilen, was die Arbeit natürlich erleichterte. Bei der Veröffentlichung des Filmes bin ich dann auf ein sehr positives Echo gestossen. Also habe ich weitergemacht.»

In zwei weiteren Jahren hat er den zweiten und den dritten Teil fertiggestellt. Dies, obwohl er in der Zwischenzeit ins Berufsleben eingestiegen ist und zeitlich nicht mehr so flexibel ist. Aber: «Wenn man etwas unbedingt machen will, findet man die Zeit schon.»

Schon als Kind ein grosser Lego-Fan

Gearbeitet hat der in Rotkreuz aufgewachsene Richard bei sich zu Hause in der Stadt Luzern. Im Arbeitszimmer liegen noch immer die Lego-Bausteine fein säuberlich sortiert in unzähligen Kisten, Schubladen und Kübeln. Gedreht wurde jeweils im Wohnzimmer. «Wenn ich Gäste habe und diese die Legos entdecken, passiert eigentlich immer das Gleiche: Die Leute fangen sofort an, mit den Legos etwas zu basteln», erzählt Richard lachend. Extra kaufen musste er die Lego-Klötzchen nicht. «Sie stammen noch aus meiner Kindheit. Ich habe Legos geliebt und jeweils zu jeder Gelegenheit, etwa an Weihnachten, neue Legos geschenkt bekommen.»

Making-of geplant

Und nun? Folgt das nächste Projekt? «Irgendwann sicher, aber nicht sofort. Ich geniesse erstmals die freie Zeit, sei es in den Bergen oder beim Musizieren als Mitglied eines Akkordeonorchesters.» Ganz legt Richard die Lego-Steine aber noch nicht zur Seite. «Ich möchte noch ein Making-of drehen.» Zudem wird er sich die Zeit nehmen, die zahlreichen Anfragen von anderen Lego-Filmern, die mehr über seine Technik wissen möchten oder ihm ihre Projekte zeigen möchten, zu beantworten.

Die Maloney-Filme von Joel Richard sehen Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bonus

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