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KRIMINALGERICHT: 20 Monate Freiheitsstrafe – wegen 75 Kilo Hanf

Ein 62-jähriger Unternehmer aus der Luzerner Landschaft hat sich am Anbau einer Hanf-Indoor-Anlage beteiligt. Den Gewinn liess er teilweise in seine marode Firma fliessen.
Roger Rüegger
Eine Hanfpflanze. (Bild: PD)

Eine Hanfpflanze. (Bild: PD)

Der 62-jährige Mann, der sich gestern vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten musste, ist ein Büezer. Einer, der sich nie zu schade war, mit den Händen schmutzige Arbeiten zu verrichten. Dies tat er auf Ölplattformen in der Nordsee, als Holzarbeiter in Schweden und als selbstständiger Chauffeur und Transportunternehmer in einer Luzerner Landgemeinde.

Vor zwei Jahren hat er sich aber die Hände im übertragenen Sinn richtig dreckig gemacht. Es begann damit, dass ein Bekannter von ihm im Frühling 2013 eine illegale Hanf-Indoor-Anlage in seinen Geschäftsräumen aufbaute. Der Beschuldigte wurde gemäss Anklageschrift erst Mitte 2014 in die Machenschaften des Hanfzüchters eingeweiht. Von da an hat er seinem Bekannten geholfen, indem er die Anlage betreute, den Hanf bewässerte, erntete und lagerte. «Reingerutscht bin ich in die Sache aus Gutmütigkeit und Gleichgültigkeit», beteuerte er dem Richter. «Ich hatte nie mit Hanf zu tun und war froh, dass meine beiden Kinder nie damit in Berührung kamen. Ich habe meinem Bekannten die Arbeit abgenommen, weil er krank war. Aber wir müssen nicht diskutieren, ich hab’s gemacht.» Profitiert habe er persönlich nicht. Im Gegenteil, die Familie habe sich von ihm abgewendet, die Kinder würden sich nicht mehr blicken lassen, und das Geschäft habe er auch verloren.

Schwester des Züchters brachte die Sache ans Licht

Insgesamt 815 Hanfpflanzen wurden in seinen Geschäftsräumen angebaut, und daraus wurden 75 Kilogramm Marihuana produziert. Bei einer Verkaufsmenge von 66 Kilo wurde ein Umsatz von mindestens 460 000 Franken ­erzielt. Der ­Beschuldigte erhielt einen Gewinnanteil von 120 000 bis 175 000 Franken. Sein Bekannter, also der eigent­liche Hanfzüchter, verstarb am 19. Mai 2015. Dessen Schwester brachte die Sache nach seinem Tod ans Tageslicht. Bei einer Hausdurchsuchung am 28. Mai 2015 fand die Polizei beim Beschuldigten 8 Kilo Hanf. Der Mann verbrachte daraufhin 28 Ta­ge in U-Haft.

Den Ertrag aus dem Hanf hatte der Transportunternehmer in seine Firma investiert, die inzwischen Konkurs erlitt. Und er bezahlte Hypothekarzinsen. Zudem verstiess er gegen die gesetzliche Pflicht, Geschäftsberichte ordnungsgemäss zu führen. So hat er andere Gesellschaften, die seine Frau führte, mit Erträgen aus Hanfgeschäften quersubventioniert. Für mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei und mehrfache ordnungswidrige Füh­rung der Geschäftsbücher kassierte der Beschuldigte eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Die Strafe ist bedingt vollziehbar mit einer Probezeit auf drei Jahre. Ebenso die Geldstrafe von 1500 Franken (50 Tagessätze zu je 30 Fran­ken.) Zudem muss er eine Busse von 1000 Franken, Ersatzforderungen von 20 000 sowie weitere Kosten von rund 15 000 Franken bezahlen.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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