KRIMINALGERICHT: Bosnier ertrügt 150'000 Franken Sozialhilfe

Ein Bosnier bezog nebst Sozialhilfe zu Unrecht Suva- und IV-Gelder. Für die Verteidigerin liegt die Schuld jedoch nicht bei ihm.

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(Symbolbild Manuela Jans/Neue LZ)

(Symbolbild Manuela Jans/Neue LZ)

Hinkend betrat S. am Donnerstag das Kriminalgericht. Dem 37-jährigen Bosnier wird vorgeworfen, die Sozialbehörden während fünf Jahren gewerbsmässig um 150'000 Franken betrogen zu haben. Dies, weil der Sozialhilfebezüger bei den Behörden Suva- und IV-Renten nicht deklarierte und so gleich doppelt vom Staat kassierte. Parallel erhielt er (zu recht) 176'000 Franken Suva- und IV-Leistungen.

Es handle sich hierbei um gewerbsmässigen Betrug, befand der Staatsanwalt. Das Vorgehen bezeichnete er als «schmarotzerische Ausbeutung unserer Sozialhilfe». 15 Monate Freiheitsstrafe seien angemessen. Etwas entspannter sah es die Verteidigerin. Diese zeichnete das Bild eines schwer kriegstraumatisierten, gebrochenen und verzweifelten Mannes. Von einem Betrug könne keine Rede sein, vielmehr sei die Caritas Luzern leichtgläubig gewesen. Entsprechend plädierte sie für Freispruch. Das Urteil oder ein Beweisentscheid folgt schriftlich.

Emanuel Thaler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.