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KRIMINALGERICHT: Finanzjongleur zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt

Ein weltweit tätiger Kaufmann ist vom Luzerner Kriminalgericht wegen krummer Handelsgeschäfte in Millionenhöhe zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 58-jährige Deutsche prellte hunderte Anleger in Europa, die vermeintlich in Edelmetalle investierten.
Kriminalgericht des Kantons Luzern am Alpenquai in der Stadt Luzern (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein)

Kriminalgericht des Kantons Luzern am Alpenquai in der Stadt Luzern (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein)

Der Fall, der sich hauptsächlich zwischen 2005 und 2010 zugetragen hatte, ist laut Angaben der Behörden einer der bislang grössten Wirtschaftsbetrugsfälle, die je im Kanton Luzern untersucht wurden. Er zählt gegen 1000 Geschädigte und eine Deliktsumme von mindestens zehn Millionen Franken. 400 Privatkläger wollen ihr Geld zurück.

Das Luzerner Kriminalgericht befand den Mann laut dem am Donnerstag veröffentlichen Urteil unter anderem des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs, der Urkundenfälschung, der Geldwäscherei und der ungetreuen Geschäftsbesorgung für schuldig. Der Unternehmer mit Wohnsitz im Kanton Luzern war bereits in Deutschland wegen Betrugs verurteilt worden.

Laut den Luzerner Kriminalrichtern soll der Mann für sieben Jahre hinter Gitter, wovon er bereits über dreieinhalb Jahre in Untersuchungshaft absass. Hinzu kommen eine bedingte Geldstrafe von 18'000 Franken, 280'000 Franken Verfahrenskosten und ein fünf Jahre dauerndes Berufsverbot für den Finanzunternehmer.

Das Urteil, das nach einem zweitägigen Prozess im Juni gefallen war, ist noch nicht rechtskräftig. Nach Angaben des Kriminalgerichts wurde bereits Berufung eingelegt.

Teilweise freigesprochen

Der Beschuldigte, der bis zu seiner Verhaftung 2010 redegewandt Interviews als Buchautor und Anlageexperte gab, forderte vor Gericht eine tiefere Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren. Er stellte trotz Verlusten in Abrede, ein betrügerisches Firmenkonstrukt aufgebaut zu haben.

Die Staatsanwaltschaft verlangte eine leicht höhere Strafe und plädierte für acht Jahre. Das Gericht sprach den Mann von Betrugs- und Geldwäschereidelikten, die ihm für die Zeit nach dem Herbst 2009 vorgeworfen wurden, frei.

Der Mann, der hinter mehreren Firmen in den Kantonen Luzern und Zug sowie im Ausland stand, war unter anderem im Handel mit medizinischen Geräten und Edelmetallen tätig. Über ein kompliziertes internationales Firmengeflecht soll er Anleger aus der Schweiz, aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Rumänien und der Slowakei betrogen haben.

Von Geschäftspartnern angezeigt

Laut Staatsanwaltschaft versprach er Investoren, mit deren eingezahltem Geld Gold und Silber zu kaufen und in der Schweiz zu hinterlegen. Obschon er bisweilen Geld investierte, war das Edelmetall nicht in der Menge vorhanden, wie er den Kunden vorgab. Ein Grossteil der Gelder wurde zweckentfremdet.

Angezeigt worden war der Beschuldigte 2007 von einem Geschäftspaar aus dem Kanton Zug. Die Finanzmarktaufsicht Finma stoppte die Tätigkeit seiner in Luzern beheimateten Investmentfirma im Jahr 2010.

1996 war der Kaufmann in Deutschland vom Landgericht Augsburg für Betrug in 847 Fällen verurteilt worden. Er hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten kassiert. (sda)

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