KRIMINALGERICHT: Liebesdienste mit Koks bezahlt

Ein Rentner (67) konsumiert, verschenkt und verkauft rund 1,7 Kilo Kokain in anderthalb Jahren. Ihm drohen jetzt zwei Jahre Gefängnis.

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Er wirkt eher älter als 67-jährig. B. N.* trägt weiss-graues Haar und Bart, beige Hose, braunen Kittel, weisses Hemd und bunte Krawatte. Er sieht so aus, wie man sich allgemeinhin einen Rentner vorstellt. Der Horwer B. N. sitzt ruhig auf dem Stuhl vor den drei Richtern des Luzerner Kriminalgerichts. Am gestrigen Verhandlungstag muss er sich für die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. B. N. hat zwischen März 2004 und August 2005 rund 1,7 Kilogramm Kokain gekauft, konsumiert, weiterverkauft und als Entgelt für Liebesdienste an verschiedene Frauen abgegeben.

Ruhig und gefasst gibt der Horwer Rentner dem Gericht Auskunft. Er hat seit seiner Verhaftung im August 2005 und der anschliessenden siebentägigen Untersuchungshaft stets mit den Behörden kooperiert und ein umfassendes Geständnis abgelegt. «Ich bin heute sauber. Ich hatte keine Probleme mit dem Entzug, brauchte keine Therapie», erklärt B. N. dem Gericht.

Ehefrau im Pflegeheim
Rückblende: Im Rahmen einer breit angelegten Verhaftungsaktion geht der Polizei im August 2005 eine grosse Nummer im Drogenhandel ins Netz.Via diesen Dealer – er handelte 21 Kilo Kokain im Wert von rund 2 Millionen Franken – führte die Spur zum Rentner B. N. nach Horw.

Der heute 67-Jährige kommt in einer «emotional und von der Belastung her schwierigen Situation» in Kontakt mit Drogen. Dies, nachdem seine zweite Ehefrau Anfang 2003 ins Pflegeheim kommt und er sich in der damaligen Lebenssituation nicht zurechtfindet. An den Wochenenden kommt seine Frau jeweils nach Hause, B. N. nimmt an diesen Tagen keine Drogen. Er hat auch eine Tochter aus erster Ehe.

Jérôme Martinu

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.