Kriminalgericht Luzern
Mitglieder einer Drogenbande kassieren langjährige Freiheitsstrafen und Landesverweis

Sechs Personen haben als Bande Kokainhandel im grossen Stil betrieben. Nun konnte der Fall mit Urteilen gegen drei Männer abgeschlossen werden. Ein vierter Mann und zwei Frauen wurden vor Monaten zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt.

Roger Rüegger
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Die Staatsanwaltschaft und die Luzerner Polizei haben ab dem 29. Januar 2018 unter dem Aktionsnamen «Silga» mehrere Personen in den Fokus genommen und teilweise überwacht. Die Leute standen im Verdacht, als Bande Kokainhandel im grossen Stil zu betreiben. Am 13. Mai desselben Jahres schlugen die Ermittler zu und nahmen zwei Männer und zwei Frauen fest. Es handelte sich um ein Paar aus der Dominikanischen Republik sowie einen Portugiesen und dessen Lebenspartnerin, einer Schweizerin, die im Nahen Osten geboren ist.

Es wurde weiter ermittelt und so konnte am 17. Juli ein Dominikaner festgenommen werden, der ebenfalls Teil der Bande war. Schliesslich ging den Behörden am 12. Januar 2020 am Flughafen Schiphol in Amsterdam ein Spanier ins Netz. Der 36-jährige Mann wurde, gestützt auf einen internationalen Haftbefehl, festgenommen, als er von Holland nach Madrid reisen wollte.

Transport von 14,5 Kilogramm Kokaingemisch in die Schweiz organisiert

Bei der Verhandlung vom 29. April am Luzerner Kriminalgericht wie auch bei den Befragungen durch die Untersuchungsbehörden zeigte sich der beschuldigte Spanier geständig. Ihm wurde vorgeworfen, von Juli 2016 bis Februar 2018 den Transport und Import von 14,5 Kilogramm Kokaingemisch in die Schweiz organisiert zu haben.

Er agierte bei seiner Tätigkeit nach zwei verschiedenen Geschäftsmodellen. Er organisierte den Transport der Drogen, indem er den Portugiesen beauftragte, Kokain in Amsterdam abzuholen. ln der Schweiz lieferten der Beschuldigte oder sein Fahrer die Drogen an verschiedene Adressen. Auf der anderen Seite organisierte er nicht nur den Transport, sondern investierte auch eigenes Geld, womit er am Gewinn beteiligt war.

Für drei Männer wurde Landesverweis von 15 Jahren verhängt

Das Kriminalgericht verurteilt den Mann für mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen als schwerer Fall, sowie mehrfache bandenmässige Geldwäscherei zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren, einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken. Ausserdem wurden 15 Jahre Landesverweis verhängt. Das Urteil, welches im Dispositiv vorliegt, entspricht den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Die Verhandlungen gegen die beiden im Januar 2018 festgenommenen Männer fanden am 15. und am 23. April 2021 am Luzerner Kriminalgericht statt. Der 38-jährige Portugiese wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der 41-jährige Staatsangehörige der Dominikanischen Republik muss eine Strafe von acht Jahren, neun Monaten und zwei Wochen absitzen. Gegen beide Beschuldigten wurde ein Landesverweis von 15 Jahren verhängt.

Bereits im Januar war die Verhandlung des Manns, der am 17. Juli festgenommen wurde. Das Luzerner Kriminalgericht belegte ihn mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon muss er zwölf Monate unbedingt absitzen. Zudem wird er für acht Jahre des Landes verwiesen. Die Staatsanwaltschaft beantragte für ihn eine Strafe von vier Jahren.

Aus Liebe ins Drogengeschäft gerutscht

Die beiden Frauen haben ihre Strafen bereits im März 2020 gefasst. Die 47-jährige Schweizerin beteuerte, dass sie aus Liebe zu ihrem damaligen Partner ins Drogengeschäft reingerutscht sei. Die Frau, die einer geregelten Arbeit nachgeht, war geständig, beim Erwerb, dem Transport und der Einfuhr in die Schweiz von mindestens achteinhalb Kilogramm Kokain dabei gewesen zu sein. Sie wurde wegen Gehilfenschaft zur mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingen Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die 37-jährige Dominikanerin war aktiver. Sie agierte unter anderem als Kurierfahrerin und sie tätigte über Finanztransferinstitute 117 Überweisungen von rund 100'000 Franken an Familienangehörige in der Dominikanischen Republik, wobei es sich dabei teilweise um Drogengelder handelte. Sie wurde von ihrem dominikanischen Lebenspartner finanziell unterhalten. Neben Essen, Kleidung und Flügen in die Heimat erhielt sie monatlich 3000 bis 4000 Franken. Sie wusste laut dem Urteil, dass es sich dabei um Drogengeld handelte. Die Frau hielt sich unbewilligt in der Schweiz auf und ging einer Tätigkeit als Tänzerin nach. Gegen sie wurde ein Landesverweis von zehn Jahren verhängt.