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Luzerner schlittert über den eigenen Bruder ins Drogengeschäft

Ein Luzerner hat Kokainhandel im grossen Stil betrieben. Nun wurden zwei Involvierte am Rande des Drogenrings verurteilt.
Evelyne Fischer

Es waren zwei Gefallen unter Geschwistern im Herbst 2016, die nun in einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren enden: Auf Bitte seines Bruders transportierte ein damals 23-jähriger Luzerner mit seinem Auto zwei Koffer vom Kanton Zürich nach Luzern. Ahnend, dass es sich um eine grössere Menge Drogen handeln dürfte. Tatsächlich befanden sich darin drei Kilo Kokain. «Sein Verdienst für diesen Transport war einzig eine Tankfüllung im Wert von circa 80 Franken», heisst es im nun veröffentlichten, rechtskräftigen Urteil des Luzerner Kriminalgerichts. Verblüffend wenig mit Blick auf den Gassenwert der Drogen, der sich auf 240'000 bis 300'000 Franken belief.

Einen weiteren Dienst hatte der Luzerner aus einer Landgemeinde seinem delinquenten Bruder einige Monate zuvor erwiesen: Weil jener Betreibungen hatte, mietete ihm der junge Mann per Dezember 2015 eine Wohnung in der Stadt Luzern und meldete sich gar bei der Einwohnerkontrolle an. Ein und aus gingen in der 3,5-Zimmer-Bleibe aber sein Bruder und dessen Partnerin, die von Januar 2016 bis Februar 2017 auch den Mietzins zahlten. Im Urteil heisst es:

«Der Beschuldigte verdiente durch diese Gehilfenschaft keinen Cent.»

Dass die beiden in den besagten Monaten mit über neun Kilo Kokain zu tun hatten, bekam der Luzerner erst später mit, ohne Detailkenntnisse.

Drogenring ist 2017 gesprengt worden

Die Geschichte des geständigen Luzerners, einem bis dahin unbescholtenen Bürger ohne Vorstrafen, ist ein Kapitel in einem umfangreichen Strafverfahren. In dessen Fokus: der Bruder des Beschuldigten und seine Partnerin, eine Venezolanerin. Mit der Verhaftung des Drogendealer-Paars und zwei weiteren Personen im Februar 2017 konnte die Luzerner Polizei einen Drogenring sprengen, der Kokainhandel im grossen Stil betrieben hatte.

Die Anklage des Dealers ist beim Kriminalgericht hängig. Die Venezolanerin wurde Ende 2018 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und für zehn Jahre des Landes verwiesen. Zwei weitere Involvierte kassierten bereits 2017 eine Freiheitsstrafe.

Bedingte Gefängnisstrafe für Kokainverkäufer

Gleichzeitig mit dem Verdikt im Falle des gutmütigen Bruders veröffentlicht das Kriminalgericht ein weiteres rechtskräftiges Urteil in der gleichen Sache: Es geht um einen heute 33-jährigen Mann, der mit seiner Familie noch als Baby vom Kosovo in eine Agglomerationsgemeinde zügelte und dort auch eingebürgert wurde. Er wird zu einer Busse und einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

Der Mann geriet erst im Verlaufe der Ermittlungen ins Visier der Strafuntersuchungsbehörden. Er hat den eingangs erwähnten Luzerner Drogendealer über einen Freund kennen gelernt. Vom August 2016 bis zum April 2017 war er in den Handel von rund 1000 Gramm Kokain involviert. Er und sein Freund erzielten durch den Verkauf von Drogen einen Gewinn von 19'000 Franken, den sie sich hälftig teilten. Auch der geplante Transport von Marihuana, gelegentliches Kiffen und der verbotene Besitz eines Schlagrings werden ihm angelastet.

Der 33-Jährige ist ebenfalls geständig und hatte bis zu seiner Festnahme im November 2017 strafrechtlich eine weisse Weste. Im Urteil heisst es: «Der Beschuldigte erwies sich als einsichtig und bereut die begangenen Straftaten glaubwürdig.»

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