KRIMINALGERICHT: Messerstecher muss 4½ Jahre hinter Gitter

Im Mai 2006 wurde ein Serbe vor dem Cabaret Braui-Chäller in Büron niedergestochen. Der Staatsanwalt sprach von einer regelrechten Hinrichtung. Jetzt steht das Urteil fest.

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Karin Schöni vom Restaurant «Braui» am 18. Mai 2006 beim Entfernen von Blutspuren im Eingangsbereich der Kontaktbar. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Karin Schöni vom Restaurant «Braui» am 18. Mai 2006 beim Entfernen von Blutspuren im Eingangsbereich der Kontaktbar. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

«Hier ging es um Vergeltung», hatte der Staatsanwalt an der Verhandlung vom 16. Januar vor dem Kriminalgericht gesagt. «Das Ziel war der Tod von G. S. Es war eine regelrechte Hinrichtung.» Er hatte daher auf fünf Jahre Freiheitsstrafe plädiert. Der Verteidiger hingegen sagte, sein Mandant habe im Affekt gehandelt. Er fordert eine Strafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe bedingt wegen Totschlags. 

Vorsätzliche versuchte Tötung
Wie «Radio Pilatus» meldet, hat das Obergericht im am (heutigen) Dienstag zugestellten Urteil den heute 29-jährige Mann aus Serbien-Montenegro der versuchten vorsätzlichen Tötung für schuldig befunden. Es näherte sich der Forderung des Staatsanwalts an und verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten. Dieser muss zudem dem Opfer eine Genugtuung von 10'000 Franken bezahlen.

Der Verurteilte war eines Nachts im Mai 2006 in den «Braui-Chäller» geeilt, nachdem dort ein Serbe seinen Bruder mit einem Messer im Gesicht verletzt hatte. Als Ersterer vor dem Cabaret eintraf und dort von dem Serben heftig beschimpft wurde, holte er ein Messer aus dem Auto und stach den Widersacher nieder. Dieser blieb mit lebensgefährlichen Verletzungen regungslos liegen. Eine Notoperation rettete ihm später das Leben.

scd/Harry Tresch