Kriminalgericht
Über vier Jahre Gefängnis wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Angriff

Ein 32-jähriger Kurde hat seine Nachbarin vergewaltigt und bei einer unbewilligten Demonstration einen Mann mit Fusstritten gegen den Kopf verletzt. Er glaubte an einen Freispruch.

Roger Rüegger
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Überrascht hat der Beschuldigte (32) am Ende der Verhandlung gefragt: «Was, werde ich nicht heute freigesprochen?» Der Kurde musste sich am 5. Februar vor dem Luzerner Kriminalgericht für Landfriedensbruch, versuchte schwere Körperverletzung und Vergewaltigung verantworten.

Der Strafantrag des Staatsanwalts lautete fünf Jahre Haft und zehn Jahre Landesverweis. Zudem eine stationäre Massnahme.

Forensisch-psychologische Behandlung verordnet

Das Urteil des Kriminalgerichts liegt unter den Forderungen der Anklage, ist aber weit vom erhofften Freispruch entfernt.

Der Beschuldigte wird unter anderem für Vergewaltigung, Landfriedensbruch, Angriff und schwere Körperverletzung zu vier Jahren und einem Monat Freiheitsstrafe und Landesverweis von zehn Jahren verurteilt. Zudem muss er sich einer forensisch-psychologischen Behandlung unterziehen und es besteht ein Kontaktaufnahmeverbot zu seiner ehemaligen Nachbarin.

Laut Anklage hat der stämmige Mann die Frau am 8. Oktober 2017 in einer Waschküche in Luzern vergewaltigt. Weiter hat er laut Anklage am 12. September 2015 an einer illegalen Demonstration in Bern einen am Boden liegenden Mann gegen den Kopf getreten. Das Opfer war ein Teilnehmer einer bewilligten Kundgebung der Union Europäisch Türkischer Demokraten.