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KRIMINALITÄT: Fahrausweise werden erschlichen

Beim Strassenverkehrsamt Luzern kommt es vor, dass gefälschte ausländische Führerausweise zum Umtausch vorgelegt werden. Fliegt der Schwindel nicht auf, kommt der Betrüger gratis zu diesem Dokument.
Thomas Heer
Die Zahl der Fahrausweis-Entzüge ist konstant geblieben. Doch die Entzüge dauern heute länger. (Archivbild Erhard Gick/Neue SZ)

Die Zahl der Fahrausweis-Entzüge ist konstant geblieben. Doch die Entzüge dauern heute länger. (Archivbild Erhard Gick/Neue SZ)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Der Betrugsversuch hat sich in den ersten Wochen des laufenden Jahres ereignet. Ein Mann sprach beim Strassenverkehrsamt Luzern vor. Sein Anliegen: Man möge ihm doch bitte schön seinen chinesischen Führerausweis gegen das entsprechende Schweizer Dokument eintauschen. Den Fachleuten an der Arsenalstrasse kam das Ganze aber von Beginn weg irgendwie suspekt vor. Sie trauten der Sache nicht und wandten sich an den Kriminaltechnischen Dienst der Luzerner Polizei.

Die auf Fälschungen spezialisierten Experten kamen schliesslich relativ rasch überein, dass es sich beim chinesischen Führerausweis um eine Totalfälschung handelt. Die Luzerner Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin eine Hausdurchsuchung beim ertappten Betrüger an, wie Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, bestätigt. Der Chinese, der sogar kurzzeitig in Haft gesetzt wurde, dürfte auf Schweizer Strassen vorläufig als Autolenker nicht in Erscheinung treten. Zudem muss er sich wegen Urkundenfälschung vor der Justiz verantworten.

Gewisse Lenker müssen Kontrollfahrt bestehen

Für Peter Kiser, Dienststellenleiter des Strassenverkehrsamtes des Kantons Luzern, zählt der Umtausch ausländischer Führerausweise zur täglichen Routine. Allein im letzten Jahr wurden 2029 ausländische Ausweise umgetauscht. Dieser Prozess ist aber gelegentlich mit Schwierigkeiten verbunden. Zum Beispiel dann, wenn Kunden Papiere vorweisen, die kaum mehr aussagekräftig sind. Dabei handelt es sich etwa um Dokumente, die irgendeinmal versehentlich in einer Waschmaschine landeten.

Kiser schreibt: «Im Jahr 2016 hatten wir acht Ausweisfälschungen aufgedeckt.» Trotz aller Vorsicht kann nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, dass der eine oder andere Betrüger mit einem top gefälschten Dokument durchkommt und so fast zum Nulltarif zu einem Schweizer «Billett» kommt.

Wer seinen ausländischen Führerschein umtauscht, erhält unter Umständen aber noch längst nicht die Legitimation für das Lenken eines Motorfahrzeuges auf Schweizer Strassen. Das trifft zum Beispiel auf Personen zu, die einen in Südafrika ausgestellten Führerausweis vorlegen. Für diese Leute gilt: Sie müssen zu einer Kontrollfahrt antraben. Diese Tests werden unter anderem von zwei vom Strassenverkehrsamt beauftragten Fahrlehrern durchgeführt. Letztes Jahr mussten 379 Personen einen solchen Test absolvieren. Gemäss Kiser rasselten 103 Männer und Frauen durch diesen Check. Dieser kann übrigens nicht wiederholt werden.

Die Gescheiterten oder jene, die unentschuldigt nicht zur Probefahrt erscheinen, haben später dann die Möglichkeit, einen Lernfahrausweis zu beantragen und so auf dem ordentlichen Weg die gewünschte Führerkategorie zu erwerben. Dazu später mehr.

Der Erwerb des Führer- ausweises geht ins Geld

Von der Prüfung befreit sind sämtliche Besitzer von Führerausweisen, die in einem EU- oder Efta-Land ausgestellt wurden. Dasselbe gilt aber auch für Länder wie Kanada, Australien, Neuseeland, Japan oder Israel. Für diese Staaten gilt aber: Der Umtausch des Ausweises muss innerhalb von fünf Jahren seit der Einreise in die Schweiz erfolgen.

Der Erwerb des Führerausweises zählt noch heute für viele Schweizerinnen und Schweizer zu den Pfeilern der Grundausbildung. Und das lassen sich die Leute einiges kosten.

Für Robert Eberhard, Präsident der Fahrschulen Zentralschweiz, sieht die Rechnung für Personen ohne zusätzliche Fahrpraxis im privaten Umfeld in etwa folgendermassen aus: Pro Altersjahr wird mit einer Lektion gerechnet. Dazu kommen ungefähr 15 weitere Fahrstunden, macht dann also für einen 30-Jährigen zirka 45 Lektionen. Das multipliziert mit 90 Franken pro Fahrstunde macht dann schon mal gut 4000 Franken. Hinzu kommen Kosten für den Verkehrskunde-Unterricht, den Nothelferkurs und sonstige Gebühren. Im Hochpreisland Schweiz muss so manch einer schnell mal mit Gesamtkosten von 5000 Franken für seinen Führerausweis rechnen – was ungefähr dem halben Jahreseinkommen in manch einem südeuropäischen Land entspricht.

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