Kriminaltouristen in Luzern: Zwei Männer sind 138 Mal eingebrochen

Vier Besuche, fünf Monate, 138 Einbrüche. Deshalb verhängt das Luzerner Kriminalgericht mehrjährige Freiheitsstrafen gegen zwei Albaner.

Kilian Küttel
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Ein Fall von Kriminaltourismus, wie ihn der Kanton Luzern wohl noch selten gesehen hat: Während fünf Monaten haben zwei Albaner ganze 138 Einbrüche verübt.

Der 27- und 32-Jährige waren in den Kantonen Aargau und Luzern zu Gange, die meisten Delikte geschahen auf Luzerner Boden. Ihre Diebestouren führten sie nach Fischbach, Triengen, Büron, oder Buttisholz, nach Sempach, Hildisrieden oder Adligenswil.

Diebstahl, Hausfriedensbruch, unerlaubte Einreise

Viereinhalb Seiten lang ist die Liste der Privatkläger, die in einem Urteil des Luzerner Kriminalgerichts enthalten ist. Seit heute ist dieses öffentlich, liegt allerdings erst im Dispositiv vor und ist daher noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht verurteilt die Männer zu Freiheitsstrafen von fünf Jahren und acht Monaten, beziehungsweise zu vier Jahren und acht Monaten – wegen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und unerlaubter Einreise sowie unerlaubtem Aufenthalt.

Staatsanwaltschaft forderte fünf und sechs Jahre

Zudem müssen sie die Verfahrenskosten von rund 67 000 und 56 000 Franken zahlen. Hinzu kommen Schadensersatzforderungen von mehreren Zehntausend Franken. Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen von sechs und fünf Jahren beantragt.

Wie die Schweizerische Depeschenagentur mit Verweis auf die Anklageschrift berichtet, kam das Duo für vier Deliktsserien in die Schweiz. Dazwischen reisten die beiden nach Albanien zurück, wo sie das Diebesgut verkauften.  Die Verurteilen sind seit mehr als zwei Jahren im vorzeitigen Strafvollzug.

Luzerner Kriminalgericht: 18 Monate wegen Kinderpornografie

Die Taten fanden im Zeitraum von 2010 bis 2015 statt. Der verurteilte Mann kann die Haft zu Gunsten einer ambulanten Therapie aussetzen. Er ist geständig und lebt heute in einer gefestigten Beziehung und soweit bekannt auch deliktfrei.
Sandra Monika Ziegler