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KRISE: Hilfe für Männer in Not naht

Die Aargauer Institution «Zwüschehalt» will in Luzern ein Männerhaus eröffnen. Der Zeitplan ist ambitioniert – denn noch fehlt es an Geld und geeigneten Räumen.
Robert Knobel
Archivbild des Männerhaus in Schöftland. (Bild: Manuela Jans- Koch)

Archivbild des Männerhaus in Schöftland. (Bild: Manuela Jans- Koch)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Frauenhäuser sind längst zum unverzichtbaren Bestandteil des sozialen Netzes geworden. Doch was, wenn ein Mann in eine Krise schlittert? Wenn er möglicherweise sogar Opfer von häuslicher Gewalt wird? Solche Männer wissen heute oft nicht, wohin sie sich wenden sollen. Denn im Vergleich zu den Frauen sind die Hilfsangebote für Männer noch nicht so breit gestreut.

Eine Ausnahme ist das «Zwüschehalt», ein Männerhaus in der Region Brugg (Aargau). Dieses bietet Männern – und auch deren Kindern – vorübergehend Unterschlupf, wenn die Situation zu Hause unerträglich wird. Bereits im Frühling berichtete unsere Zeitung, dass das Aargauer ­Männerhaus Richtung Luzern ex­pandieren will (Ausgabe vom 21. März). Nun werden die Pläne konkret. Initiant und künftiger Leiter von «Zwüschehalt Luzern» ist Manfred Schneeberger, der in Luzern eine Mediationspraxis führt. Die Hauptverantwortung für das Luzerner Männerhaus liegt aber beim Stammhaus im Aargau.

Für den Start braucht es noch Geld

«Zum Start suchen wir eine grössere Wohnung mit fünf bis sechs Zimmern in der Stadt Luzern», sagt Manfred Schneeberger. In dieser Wohnung sollen dann Männer aus der Region Luzern eine vorübergehende Bleibe erhalten. Manfred Schneeberger hofft, dass das Männerhaus bis im nächsten Sommer in Luzern eröffnet werden kann.

Neben einer geeigneten Liegenschaft sucht der Verein ­Zwüschehalt insbesondere auch Geld. «Wir benötigen zum Start ungefähr eine Jahresmiete für eine Wohnung», sagt Manfred Schneeberger. Für den Betrieb der «Männer-Wohnung» werden dann noch weitere finanzielle Mittel benötigt. Sobald die Anschubfinanzierung zusammen ist, will Schneeberger auf Behörden und soziale Institutionen zugehen. Schliesslich funktioniert das Männerhaus nur, wenn die verschiedenen Stellen Männer in Not auch auf das neue Angebot hinweisen.

Zusammenarbeit mit dem Luzerner Mannebüro

Zusammenarbeiten will der Verein Zwüschehalt insbesondere mit dem Luzerner Mannebüro. Dieses bietet schon länger Hilfs- und Beratungsangebote für Männer an. Längeren Unterschlupf hingegen konnte das Mannebüro bisher nicht bieten. Das soll sich dank des «Männerhauses» künftig ändern. Wer sich als Hilfesuchenden ans Mannebüro wendet, kann dann bei Bedarf direkt ans Männerhaus weiterverwiesen werden. Matthias Bürgler, Co-Präsident des Vereins manne.ch, bestätigt, dass man dem Projekt wohlwollend gegenübersteht. Gleichzeitig betont er, dass es sich beim Männerhaus um ein unabhängiges Projekt handle, in das manne.ch bisher nicht direkt involviert war.

Ähnlich tönt es bei den städtischen Behörden. Sozialdirektor Martin Merki (FDP) findet die Bestrebungen für ein Männerhaus ebenfalls positiv – auch wenn es bisher noch zu keinem Kontakt zwischen Stadt und Initianten gekommen ist. «Da wird von Privaten Aufbauarbeit für Betroffene von häuslicher Gewalt geleistet – während gleichzeitig der Kanton bei der Gewaltprävention spart», sagt Stadtrat Merki mit einem Seitenhieb auf die Sparpläne des Kantons.

Hinweis

Infos auf www.zwueschehalt.ch (Männerhaus) und www.manne.ch (Luzerner Mannebüro).

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