Kritik an geplantem Passionsspiel in Luzern

Erstmals seit 75 Jahren soll in Luzern wieder ein Passionsspiel aufgeführt werden. Dem Projekt erwächst nun aus katholisch-konservativen Kreisen Opposition.

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Konstantin Wecker komponiert das Luzerner Passionsspiel. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Konstantin Wecker komponiert das Luzerner Passionsspiel. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Konstantin Wecker komponiert das Luzerner Passionsspiel. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Konstantin Wecker komponiert das Luzerner Passionsspiel. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Pläne für das Passionsspiel mit dem deutschen Sänger Konstantin Wecker waren im vergangenen August bekannt geworden. Der Initiant Alois Metz, Leiter der katholischen Pfarrei St. Johannes in Luzern, will damit die bis ins Mittelalter zurück reichende Tradition der Luzerner Passionsspiele wieder beleben.

Das Passionsspiel soll vom 5. bis zum 20. September auf der Lidowiese in Luzern aufgeführt werden. Mitmachen werden die Band von Konstantin Wecker und ein grosser Chor. Das Spiel soll mit wenigen Figuren auskommen.

Das Projekt weckt nun aber Widerstand kirchlicher Kreise, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung heisst. Katholisch-konservative Kreise stossen sich an der auf ein «menschliches Vorbild reduzierten Darstellung» des Gottmenschen Jesus. Dieser soll nach den Worten des Initianten als «gescheiterter Revolutionär, Hardcore-Pazifist und vorbildhafter Mensch» dargestellt werden.

Absetzung der Inszenierung verlangt

Die Gegner des Projektes sehen darin eine Beleidigung und Verletzung der Gefühle überzeugter Christen. Die Grenze der Toleranz werde überschritten. Sie wenden sich gegen die Unterstützung dieser «Provokation» durch die Katholische Kirchgemeinde Luzern und verlangen die Absetzung der Inszenierung.

Initiiert wurde die Erklärung von der katholisch-konservativen Bewegung Pro Ecclesia Luzern. Laut deren Präsidentin Elisabeth Lerch wird die Erklärung von 20 religiösen Organisationen, Vereinen und Gebetsgruppen aus Luzern und Umgebung unterstützt. Diese vertreten laut Lerch zwischen 2000 und 3000 Mitglieder.

Wie Elisabeth Lerch auf Anfrage erklärte, wurde die Erklärung an Bischof Felix Gmür sowie an die Katholische Kirchgemeinde Luzern weitergeleitet. Man hoffe, damit etwas ausrichten zu können. Weitere Aktionen seien vorerst nicht geplant.

Frühe Kritik

Für die Initianten des Projekts erfolgt diese Kritik etwas voreilig. «Man kritisiert das Stück, obwohl es gar noch nicht fertig ist», sagte Florian Flohr, Medienbeauftragter der Katholischen Kirche der Stadt Luzern auf Anfrage. Das Projekt eines Passionsspiels sei eine schwierige Angelegenheit, das seien sie sich durchaus bewusst. «Doch wir gehen es sorgfältig an», versicherte Flohr. Er ergänzt: «Wir streben den Dialog an. Und der ist halt oft auch ein Wagnis.»

sda/rem

Tempelreinigung. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
8 Bilder
Jesus vor Pilatus. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Zum Tode verurteilt. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Ecce homo. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Dornenkrönung. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Kreuzweg. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Kreuzigung. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)
Judaskuss. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)

Tempelreinigung. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel: Szene der Oberammergauer Passionsspiele 2010. In Luzern soll die Inszenierung weniger traditionell ausfallen. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel: Szene der Oberammergauer Passionsspiele 2010. In Luzern soll die Inszenierung weniger traditionell ausfallen. (Bild: Passionsspiele Oberammergau 2010 / Brigitte Maria Mayer)