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KRITIK: Weniger Vorschriften zur Medikamentenabgabe im Heim

Die Medikamentenabgabe in Pflegeheimen sei überreguliert, findet eine Luzerner FDP-Kantonsrätin – Pflegeverband und Kanton widersprechen.
Martina Odermatt
In solchen Dispensern werden Medikamente für die Einnahme vorbereitet. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

In solchen Dispensern werden Medikamente für die Einnahme vorbereitet. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Täglich werden in Luzerner Pflegeheimen und von der Spitex Hunderte von Medikamenten an Patienten verabreicht. Die Abgabe und Anwendung dieser Medikamente ist im Bundesrecht nicht abschliessend geklärt. In einem Postulat fordert Kantonsrätin Helen Schurtenberger (FDP, Menznau) spezifische Vorgaben für Arzneimittel im Bereich der Spitex und der Pflegeheime, die einerseits den bundesrechtlichen Vorgaben genügen und andererseits «einen zweckmässigen, pragmatischen und kosteneffizienten Handlungsrahmen festlegen», schreibt sie im Postulat.

So stört sich Schurtenberger daran, dass Heime und Spitex-Organisationen zwar zur Anwendung von Heilmitteln, nicht aber deren zentraler Lagerung berechtigt sind. Voraussetzung dafür sei eine Apotheken-Bewilligung, was die Anstellung eines Arztes oder eines Apothekers bedingt.

Für Betäubungsmittel, wie sie häufig in der palliativen Pflege genutzt werden, gelten weitere Vorschriften. Müssen etwa Medikamente vor der Abgabe noch zerkleinert oder aufgelöst werden, darf dies nur unter der direkten Aufsicht eines Apothekers vorgenommen werden. Ausserdem sei die Lagerung von Medikamenten stark eingeschränkt. Dadurch komme es immer wieder zu problematischen Situationen bei der notfallmässigen Beschaffung der verordneten Medikamente.

Von direkter Aufsicht, starken Einschränkungen und problematischen Situationen wollen hingegen Hanspeter Vogler, Leiter Fachbereich Gesundheit des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons, sowie Roger Wicki, Präsident des Pflegeheimverbands Curaviva Luzern, nichts wissen. «Uns ist nicht bekannt, dass die Lagerung von Arzneimitteln in Heimen eingeschränkt ist», so Vogler. «Die mit dem Postulat geforderte gesetzgeberische Massnahme ist nicht erforderlich. Wir werden jedoch gemeinsam mit den betroffenen Institutionen Empfehlungen erarbeiten.» Er ist zudem der Ansicht, der Bereich sei nicht überreguliert.

Vorschriften führen zu Mehrkosten bei Spitex

Auch bei der Spitex ist die Situation für Schurtenberger nicht zufriedenstellend. Denn werden Medikamente von der Spitex für das wöchentliche Füllen der Dispenser aus der Verpackung genommen, so zählt das als Herstellung. Das ist nur Apotheken gestattet. Mehrkosten sind die Folge, heisst es im Postulat. Weiter führe die Umsetzung des Vieraugenprinzips dazu, dass zwei Pflegefachpersonen die Medikamente innert 24 Stunden vor Ort kontrollieren müssen. Das erfordere einen zweiten Besuch der Spitex mit entsprechenden Kostenfolgen. Das Postulat wurde von der Regierung als erheblich erklärt und wird in der kommenden Session im Kantonsrat behandelt.

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

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