Künstler versenken «totes» Korallenriff im Brunnen vor dem Löwendenkmal

Der Brunnen vor dem Löwendenkmal wird im Frühling zur Kunstinstallation. Ein künstliches Korallenriff soll auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen.

Raissa Bulinsky
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Schweizer Premiere in Luzern: Im Brunnen des Löwendenkmals wird im April und Mai während dreier Wochen ein «totes» künstliches Korallenriff zu sehen sein. Hinter dem Projekt «Whitening Out» steht das interdisziplinäre Kollektiv «Biotop der Relevanz», welches massgebende Themen auf künstlerische Weise visualisiert. Den Initiatoren des Projekts liegt es am Herzen, den Themenkomplex des Klimawandels den Menschen näher zu bringen und «dort anzusetzen, wo die Politik versagt hat», wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Visualisierung: PD

Das Kollektiv fordert ein Umdenken sowie tiefgreifende Massnahmen. 200 selbstgegossene Keramikkorallen werden zu diesem Zweck im Brunnen des Löwendenkmals platziert. Dank fluoreszierender Glasur wird das Korallenriff in der Nacht zum Leuchten gebracht. Die Inszenierung soll auf ein tragisches Phänomen aufmerksam machen: die Korallenbleiche. Aufgrund der Folgen des Klimawandels kommt es in den vergangenen Jahren vermehrt zum Sterben der Korallenriffe. Die leuchtende Installation vor dem Gletschergarten soll den Hilferuf der Korallenriffe kurz vor ihrem Tod darstellen.

Bild: PD

Verbindung von Gletscherschwund und Korallensterben

Der Standort der Installation soll zwei geografisch weit entfernte Problematiken – der Gletscherschwund und das Korallensterben – in Verbindung bringen. Beide Ökosysteme, die Gletscher und die Korallenriffe, sind vom gleichen Problem betroffen: den steigenden Temperaturen als Folge des Klimawandels. «Wir bringen zusammen, was zusammengehört und visualisieren, was visualisiert werden muss. Wir stellen unsere Mitverantwortung an der Katastrophe lokal dar», sagt Projektkoordinator Fabian Takacs. Durch den ausgewählten Standort soll das Projekt ausserdem für jeden zugänglich sein.

Zur Umsetzung des Projekts ist das Kollektiv auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Durch Spenden sollen hauptsächlich die Materialkosten sowie Spesen gedeckt und gewisse Arbeiten entlohnt werden. Über die Crowdfunding-Plattform «wemakeit» erhielt das Kollektiv bereits knapp 8000 der erhofften 29'000 Franken (Stand 6. Januar, 17 Uhr).

Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern und Politikern sollen während der Installationsdauer verschiedene Veranstaltungen wie Talkrunden, Lesungen und künstlerische oder musikalische Darbietungen stattfinden. Takacs betont besonders die Relevanz junger Besucher, denn diese würden die Welt gar nicht mehr in ihrem gesunden Zustand kennen.

Das Crowdfunding finden Sie hier.