Küssnacht
Das Brauchtum trotzt dem Virus: Hunderte wilde Klausjäger im Dorf

Corona hin oder her, wie schon vor einem Jahr kommt es auch heute Freitag in Küssnacht zu einem unbewilligten Klausjäger-Umzug. Es hat rund doppelt so viele Teilnehmer wie 2020.

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Bereits letztes Jahr wurde der Abendumzug am Küssnachter Klausjagen offiziell abgesagt. Damals galten strengere Corona-Vorgaben als heute. Trotzdem zählte man damals rund 230 Klausjäger, die sich wild im Dorf versammelt hatten. Der Samichlaus samt Gefolgschaft, die Chlepfer, viele Trychler und einige Iffelenträger zogen dann quasi als «Guerilla-Klausjäger» durch Küssnachts Strassen. Das war vor einem Jahr. Zu einer Zeit als man noch guten Mutes auf ein reguläres Klausjagen 2021 hoffen durfte.

Die Trychler ziehen durch Küssnacht.

Die Trychler ziehen durch Küssnacht.

Bild: Erhard Gick

Aber es kam bekanntlich anders. Die St. Niklausengesellschaft Küssnacht musste schweren Herzens auch dieses Jahr den grossen Umzug absagen. Dennoch trafen sich heute Freitagabend wieder Hunderte Klausjäger im Dorf. Vor 20 Uhr versammelten sich schätzungsweise 500 Männer zum Umzug.

1000 bis 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Polizei war vor Ort, liess die Klausjäger aber gewähren. Die Maskenpflicht im Freien gilt nicht mehr. Diese war vor einem Jahr konsequent durchgesetzt worden, es wurden auch Bussen verteilt. Und während im Jahr 2020 nur in Gruppen von maximal 15 Personen getrychelt wurde, sah es heute mit einer langen Schlange von Klausjägern so aus wie vor der Pandemie.

Im Schein der Strassenlampen kamen die Infuln nicht wie gewohnt zur Geltung.

Im Schein der Strassenlampen kamen die Infuln nicht wie gewohnt zur Geltung.

Bild: Erhard Gick

Allerdings: Die Strassenbeleuchtung blieb eingeschaltet. Die absolute Dunkelheit fehlte. Die mit Kerzen beleuchteten Iffelen kamen unter der Strassenbeleuchtung nicht optimal zur Geltung. Auch der Strassenverkehr lief uneingeschränkt weiter. Hier bahnt sich ein Bus den Weg durch den Umzug.

So wurde halt von den tänzelnden Iffelenträgern etwas mehr abverlangt als normal. Sie hatten auch auf den Verkehr Rücksicht zu nehmen. Die Kapo versuchte, jeweils eine Fahrspur für die Autos und Linienbusse frei zu halten, so kam man gut aneinander vorbei. Es gibt erste Schätzungen, dass etwa 1000 bis 1500 Leute den Umzug am Strassenrand mitverfolgten. Auch das wären deutlich mehr als letztes Jahr, also man einige Hundert Besucher zählte. (gh)

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