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Interview

Küssnachter Schulpräsident: «Wir bedauern die vielen Abgänge»

Eltern sind verunsichert und beunruhigt, Lehrkräfte hüllen sich in Schweigen, und die Gerüchteküche brodelt. Der Küssnachter Schulpräsident und Bezirksrat Emil Gnos nimmt Stellung zu der Kündigungswelle von Lehrpersonen.
Edith Meyer
Der Küssnachter Schulpräsident Emil Gnos. (Bild: Edith Meyer)

Der Küssnachter Schulpräsident Emil Gnos. (Bild: Edith Meyer)

Im Dorf heisst es, es liege an der einseitigen Kommunikation und am Führungsstil des Rektors Rolf Bucher, dass es zu dreizehn Kündigungen im «Seematt» kam. Stimmt das?

Emil Gnos: Es sind nicht dreizehn, sondern neun Lehrpersonen und eine Schulleiterin, welche die Schule verlassen. Effektiv sind es fünf Kündigungen, der Rest sind befristete Verträge, welche entweder seitens der Lehrpersonen oder von uns nicht verlängert wurden. Da es nur zwei Kündigungstermine für Lehrpersonen gibt, kumulieren sich die Kündigungen auf diese Zeitspanne hin. Das ist keine normale Fluktuation. Wir bedauern die grosse Anzahl der Abgänge.

Können Sie die Kündigungsgründe konkretisieren?

Die Gründe sind vielfältig und nachvollziehbar: Zum einen sind es berufliche Veränderungen wie Schulleiter oder ein Studium zur IF-Lehrperson, zum andern Reisen nach befristeter Anstellung. Weiter war ein gewünschtes Pensum nicht realisierbar, ebenso auch nach einer Mutterschaft. Weitere Gründe waren ein Stellenwechsel in den Wohnkanton für eine bessere Ferienkompatibilität und ein Stellenwechsel in die Nordschweiz wegen der Familie. Auch Unzufriedenheit infolge des erneuten Wechsels der Schulleitung wurde aufgeführt.

Muss der Rektor seinen Führungsstil ändern?

Mit dem Rektor hat es nur bedingt etwas zu tun. Die Führung liegt in den Händen der örtlichen Schulleitung. Wir sind auf allen Ebenen mit den Mitarbeitenden laufend im Gespräch. Dass in gewissen Bereichen Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten.

Wo vor allem?

Die zeitlichen Ressourcen bezüglich der Schulleitungspensen werden überprüft. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor ist die Umsetzung des Lehrplans 21. Zudem sind im Schulhaus Seematt 1 die infrastrukturellen Voraussetzungen nicht optimal. Die Prozessbeschreibungen und Abläufe sind nicht aktualisiert.

Besteht nicht auch Handlungsbedarf dafür, seitens des Bezirksrats und des Schulrats genauer hinzusehen, wenn neun von vierzig Lehrpersonen im «Seematt» ihre Kündigung eingereicht haben?

Dem Schul- und dem Bezirksrat ist die Situation bewusst, und es wurden auch entsprechende Informationen eingeholt. Ein Massnahmenplan ist erstellt.

Auffallend ist, dass auch die Schulleiterin des «Seematts» gekündigt hat. Sie ist die dritte Person seit 2013, die diese Tätigkeit an diesem Standort aufgibt. Was sagen Sie zu den bald jährlichen Schulleiterwechseln?

Dies ist eine Situation, welche besorgniserregend ist und uns auch zum erwähnten Handeln gezwungen hat. Auch scheint die Führungsspannweite für nur eine Leitung zu anspruchsvoll und soll angepasst werden.

Ist die Situation für die verbleibenden Lehrpersonen belastend?

Natürlich ist dies für alle belastend. Dem Team würde Kontinuität in der Führung wohltun.

Worunter leiden die Lehrpersonen?

Der administrative Aufwand der Lehrpersonen, die Ansprüche der Schüler und der Erziehungsberechtigten werden immer höher. Ein dauernder Wechsel auf Führungsebene bringt Unruhe.

Wer begleitet die Aufarbeitung dieser Situation?

Wir und das Team wurden bisher von der Pädagogischen Hochschule Luzern begleitet. Den neuen Prozess unterstützt die Pädagogische Hochschule Bern.

Man hört Kritiken über den nicht zufriedenstellenden Umgang des Rektorats mit Vereinen und Eltern. Sind Sie darüber informiert?

Niemand ist perfekt. Der Rektor ist nur in Ausnahmefällen Kontaktperson zu den Eltern. Mit dem Lehrerverein und dem Elternverein hat der Rektor zusammen mit dem Schulpräsidenten regelmässige Treffen. Offenbar genügt auch der Kontakt zur Schulleitung nicht. Hier könnte allenfalls ein regelmässiges Treffen ebenfalls sinnvoll sein.

Können alle Stellen rechtzeitig wieder besetzt werden?

Bis auf ein Teilpensum konnten bereits alle Lehrerstellen besetzt werden. Wir sind zuversichtlich, auch dieses Pensum rechtzeitig besetzen zu können.

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