KULINARISCH: Kriens hat kein Brot mehr, dafür Wein

Lokale Sujets prägten den Krienser Umzug. Themen waren das Bäckereisterben, Rebberge oder der Tramhüsli-Abriss.

Stefan Dähler
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Eine Backstube gibt es in Kriens nicht mehr – ausser es ist Fasnacht. Sujet der Harmoniemusik Kriens gestern am Umzug. (Bild Philipp Schmidli)

Eine Backstube gibt es in Kriens nicht mehr – ausser es ist Fasnacht. Sujet der Harmoniemusik Kriens gestern am Umzug. (Bild Philipp Schmidli)

«Hesch du s Brot vo Chriens gärn? Jo klar, aber das chond vo Lozärn.» Mit diesen Worten trauerte die Harmoniemusik der Bäckerei Spiekermann nach, die Ende Januar den Betrieb aufgab. Seither gibt es in Kriens keine Backstube mehr. Aber keine Sorge, die Gemeinde wird nicht zur kulinarischen Wüste: Am Sonnenberghang gedeiht der erste Krienser Weinberg. Darauf wies der Quartierverein Kuonimatt mit seinem Motto «De erschti Wy vo Chriens» hin. Rund 15 000 Personen bestaunten gestern Nachmittag diese beiden sowie 31 weitere Nummern. Das sind 5000 Zuschauer weniger als letztes Jahr. «Der Grund ist wohl das Regenwetter», sagt Umzugschef Edy Jauch von der Galli-Zunft.

Die Wahrheit über die Abgaswerte von VW. Das  Krienser Publikum bekommt sie zu spüren. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
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Aber zuerst spuren die «Löffubuebe» mit knatternden Zweitaktmotoren für den anrollenden Umzug vor. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Und dann muss doch zuerst die Strasse auf Hochglanz gebracht werrden. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Will er uns abschrecken oder glustig machen mit seinem Sougrend? (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Einmalige Gelegenheit: Bei ihm kann sich das Publikum noch rasch passend einkleiden. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Malträtiert und mit dem Strick um den Hals: Unter den Fasnächtlern hat es halt auch ganz Grobe. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die Fasnacht bekommt nicht jedem gleich gut … (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Häftning Nr. 6969 und seine Kumpanen werden vorgeführt. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Es kachelt die erste Guuggenmusik heran – die heimischen Chacheler. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
«Ich schau dir in die Augen, Zivilist-Fotograf.» (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
«Und wann kommt der nächste Kafi-Wagen?» (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Indianerin lehnt sich an Lokomotive Thomas. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
«Was kuckst du? Noch nie ein Mädchen in einem riesigen Rugbyhelm gesehen?» (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Moritz. Der von Max. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Eine Flamigno-Frau flaniert vorbei. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die Krienser trauern der letzten Backstube nach … (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
… die für die Fasnacht nochmals in Vollbetrieb ist. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Drei Reiterinnen sind die Vorhut der Zunftoberen. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Eine Kutsche voller Orangen – und mit Zunftweibel- und Gallivater-Paar. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Zwei Kinder künden an: Hinter ihnen ertönt die Guuggenmusig Fabula. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Glücklich sein hat nicht zwingend etwas mit Zahnkorrektur zu tun. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Zwei ganz unterschiedliche Typen begegnen sich: Der gehetzte Ausserirdische und der willkürlich kostümierte, fröhliche Fasnächtler. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
«Fasnacht isch luschtig.» (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die Chrienserhäx hatte keine Zeit mehr, sich zurecht zu machen. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Ein Galli-Zünftler übt den gezielten Wurf. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Ein VW. Abgaswerte? Aber er fährt doch einfach mit Liebe. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Eine Fasnachtsnummer hat hier Federn gelassen. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Gfürchige Sache, diese Guuggenmusig. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die Fifa-Oberen, wie sie in Wirklichkeit leben: Sie schwimmen im Geld. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Toll: Dieser Ball landet direkt im Torwand-Loch. Für den Fotografen dahinter interessiert sich natürlich niemand. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Ein Harley-Fahrer grüsst von seinem Gefährt. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Der wohl jüngste «Buuremaa» am Umzug. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Gockel, Feen und Gespenster? Hier herrscht einen Umzug lang Geisterstunde. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Sie ist in voller Fahrt unterwegs zum Langmattenspielplatz. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Ein kleines Vierergespann führt die «Nichtregierungsorganisation Tröiffeler» an. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Einer von vielen Schellenurslis, die hier um den Brunnen rennen. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Wöschtag? Ja klar, wegen der Wöschwiiber. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Nochmals das Gallipaar, diesmal auf einer schweren Maschine. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Drei Krienser Deckel sorgen dafür, das die Fröhlichkeit nicht überschwappt. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Da staunt der kleine Fasnächtler: Die Twätschge-Lätscher haben ein Gespenst geladen. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die drei sind schon eine Nummer für sich. Aber auch Nummernträger. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Ein Kleinzirkus hat sich unters Publikum gemischt. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Der Tambourmajor ist die liebe Grossmutter. Sie wird von einer Schar von Wölfen verfolgt. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Nichts geht über Zahnhygiene. Das zeigt sich am Schluss des Krienser Fasnachtsumzugs. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)

Die Wahrheit über die Abgaswerte von VW. Das Krienser Publikum bekommt sie zu spüren. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)

Abrissbirne über Tramhüsli

Lokale Themen waren gestern Trumpf. Der Turnverein STV liess eine Abrissbirne über dem Tramhüsli kreisen, das demnächst dem Erdboden gleichgemacht wird. Die Chnuschtis bauten anlässlich der Eröffnung des Spielplatzes Langmatt einen Wagen mit zwei Spieltürmen, einer Hängebrücke sowie eine BMX-Bahn inklusive Fahrer.

Der Quartierverein Obernau thematisierte den VW-Skandal. Dank einer Abgas-Waschanlage, die von Krienser Wöschwybern betrieben wurde, erhielt das Sujet auch einen lokalen Anstrich. Besonders populär scheint in Kriens die TV-Werbung der Fischer Bettwaren in Wädenswil ZH zu sein. Gleich drei Gruppen machten diese zu ihrem Motto. Ein klassisches Thema dieses Jahr ist die Fifa. Die Trachtengruppe Kriens baute gemeinsam mit der Zonft zor Zwätschge einen überdimensionalen Fussball, liess Sepp Blatter im Geld baden und verteilte Scheine an die Zuschauer. Weiter gab es zahlreiche wilde Gruppen – beispielsweise eine Braut, die ihren Strauss in die Menge warf, diesen dann aber an einem Faden wieder zurückzog, was für viele Lacher sorgte.
 

Stefan Dähler