Kultur
Es bleibt dabei: Blue Balls erhält keine zusätzliche Unterstützung der Stadt Luzern

Der Stadtrat soll wieder mit dem Blue Balls Festival verhandeln, forderte die SVP. Eine Allianz aus SP, Grünen und CVP verhinderte diesen Plan aber.

Robert Knobel
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Ein Bild vom Blue Balls Festival 2018.

Ein Bild vom Blue Balls Festival 2018.

Urs Flüeler / Keystone

Der Entscheid des Stadtrats im Frühling 2020 war für viele eine Ernüchterung: Man werde das Blue Balls Festivals nicht stärker unterstützen als bisher - also mit 130'000 Franken pro Jahr, plus den Nutzungsrechten fürs KKL und unentgeltliche Nutzung des öffentlichen Raums. Verhandlungen zwischen Stadt und Festival über die Schaffung einer Trägerstiftung waren gescheitert.

Für den Sommer 2021 ist zwar ein Festival im ganz kleinem Rahmen geplant. Wann das nächste «richtige» Blue Balls stattfindet, ist völlig offen. Sollte die Ausgabe 2019 definitiv die letzte gewesen sein, so wäre dies aber nicht nur die Schuld der Pandemie, sondern auch der fehlenden Unterstützung durch die Stadt. Das findet Jörg Krähenbühl (SVP). In einer Motion fordert er deshalb, dass der Stadtrat auf seinen Entscheid zurückkommt und nochmals mit dem Blue Balls Festival verhandelt. Konkret soll ein Planungsbericht, bestenfalls gleich verbunden mit einer Leistungsvereinbarung, erarbeitet werden. «Die Unterstützung des Blue Balls muss unter breitem Einbezug aller politischen Kräfte» geschehen, sagt Krähenbühl.

Schweizerhof-Hotelier kritisiert mangelnde Unterstützung

Hotelier Mike Hauser (FDP), dessen Hotel Schweizerhof stark mit dem Blue Balls verbunden ist, machte sich für die Motion stark:

«Ein Planungsbericht kann Klarheit schaffen, wie die Stadt in Zukunft mit grossen Kulturveranstaltern umgehen will.»

Er kritisiert, dass die effektive Unterstützung des Blue Balls nach Abzug der Billettsteuern nur sehr marginal sei.

Die Mehrheit aus SP, Grünen und CVP lehnte die Motion ab und folgte damit der Meinung des Stadtrats. Stadtpräsident Beat Züsli (SP) betonte erneut, dass man dem Blue Balls keine weitergehenden Unterstützungen gewähren wolle. Den Ball von Mike Hauser will der Stadtrat aber aufnehmen. Im Rahmen einer kulturpolitischen Standortbestimmung wolle man grundsätzlich klären, wie man mit grösseren Festivals umgehen soll.