Kultur
Rothenburg will künftig auch Junge ehren: Deshalb lanciert die Gemeinde 2021 einen neuen Förderpreis

Wer sich in Rothenburg besonders engagiert oder erfolgreich ist, hat Aussicht auf eine offizielle Auszeichnung. Bisher profitierten davon vor allem ältere Personen. Das soll sich nun ändern.

Robert Knobel
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Die Fasnacht - ein wichtiger Motor fürs Dorfleben. Wer sich besonders für Rothenburg engagiert, könnte dafür schon bald einen Preis erhalten.

Die Fasnacht - ein wichtiger Motor fürs Dorfleben. Wer sich besonders für Rothenburg engagiert, könnte dafür schon bald einen Preis erhalten.

PD

Seit Jahren ehrt die Gemeinde Rothenburg mit dem Guta-Preis ausgewählte Personen für ihr Lebenswerk. Aus verständlichen Gründen kommen praktisch nur Personen fortgeschrittenen Alters in den Genuss der mit 1000 Franken dotierten Auszeichnung.

Dies ist schade, findet der Rothenburger Gemeinderat. «Eine junge Sportlerin kann eine Auszeichnung jetzt gebrauchen - und nicht erst wenn sie zurücktritt», sagt Gemeindeschreiberin Jasmin Schwarz. Auch in der Jugendarbeit gebe es viele Menschen, deren Engagement preiswürdig sei.

Kunstschaffende, Vereinsmenschen und Start-ups

Deshalb stiftet die Gemeinde Rothenburg ab 2021 neben dem Guta-Preis eine weitere jährliche Auszeichnung. Auf Antrag der Kinder- und Jugendkommission wurde der «Rothenburger Förderpreis» geschaffen. Damit sollen künftig Personen oder Organisationen geehrt werden, die sich in besonderem Masse um Rothenburg verdient gemacht haben. Dabei kann es sich einerseits um Leute handeln, die sich stark für die Vereine oder fürs Dorfleben engagieren. Es können aber auch Künstlerinnen oder Künstler sein, die ein bedeutendes Kunstwerk schaffen.

Die Preisträger müssen nicht zwingend in Rothenburg selber aktiv sein. Denkbar wäre gemäss den Weisungen des Gemeinderats auch, dass bedeutende «Söhne» oder «Töchter» der Gemeinde ausgezeichnet werden, die sozusagen den Ruf Rothenburgs in die Welt hinaus tragen - etwa indem sie an einer grossen Kulturproduktion im In- oder Ausland beteiligt sind. Auch ein besonders erfolgreiches Rothenburger Start-up-Unternehmen könnte ein Kandidat für den Preis sein.

Bis zu 5000 Franken pro Jahr

Pro Jahr sollen maximal drei Preise verliehen werden, wobei das Preisgeld in der Regel mindestens 1000 Franken beträgt. Insgesamt will die Gemeinde Rothenburg jährlich bis zu 5000 Franken an für den Förderpreis zur Verfügung stellen.

Die wichtigste Voraussetzung für eine Ehrung mit dem Förderpreis ist grundsätzlich ein Wohnsitz in Rothenburg. Es können aber auch Vereine, Organisationen oder Gruppen ausgezeichnet werden, bei denen einzelne Mitglieder nicht in Rothenburg wohnen. Vorschläge für mögliche Preisträger nimmt der Gemeinderat jeweils direkt aus der Bevölkerung entgegen. Eingabeschluss ist jeweils Ende Januar. Ausgewählt werden die Preisträger von einem fünfköpfigen Gremium. Dieses setzt sich aus Mitgliedern des Gemeinderats, der Verwaltung sowie von Gemeindekommissionen zusammen. Gemäss Jasmin Schwarz sind für den Preis 2021 bereits zwei Vorschläge eingegangen.