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KULTUR: Seit 160 Jahren spielt in Malters die Musik

Der Orchesterverein Malters feiert dieses Jahr ein grosses Jubiläum. Er ist inzwischen weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt, beim Nachwuchs hapert es jedoch ein wenig.
Jeannette Voltz
Das grosse Jubiläumskonzert des Orchestervereins in der Pfarrkirche Malters. (Bild: Roger Grütter (5. November 2017))

Das grosse Jubiläumskonzert des Orchestervereins in der Pfarrkirche Malters. (Bild: Roger Grütter (5. November 2017))

Es war im Jahr 1857, dass sich auf die Initiative des damaligen Gemeindeammanns Xaver Thürig acht Musikbegeisterte zusammenfanden. Das Orchester bestand damals gerade mal aus drei Violinen, einem Kontrabass und vier Bläsern.

Heute ist der Orchesterverein Malters (OVM) ein regionaler Kulturträger und gehört zu den drei ältesten Orchestern der Schweiz. «Wir haben momentan 28 feste Mitglieder jeden Alters, darunter Studierende, Lokführer, Bootsbauer, Verkäuferinnen, Ärzte oder Lehrer» sagt Vereinspräsidentin Rosmarie Luginbühl (75), die im Orchester Geige spielt. «Davon stammen fünf aus Malters. Die anderen kommen aus dem ganzen Kanton.» Die ehemalige Lehrerin fügt hinzu, dass für grössere Aufführungen talentierte Musikstudenten, Laien oder Profis zugezogen würden.

«Wir sind ein bisschen wie eine grosse Familie»

Auf die Frage, wie der Verein 160 Jahre überleben konnte, antwortet Luginbühl: «Den Leuten vom OVM gefällt es bei uns, wir sind ein bisschen wie eine grosse Familie, die auch das Gesellige pflegt und schätzt. Wenn es etwa mal haperte, gab es immer wieder Leute, die ans Orchester glaubten und das Schiff auf Kurs brachten.» So präsentiert sich das Orchester heute überhaupt nicht altersmüde, sondern mit vielen interessanten Ideen und neuen Perspektiven.

Ein Problem sei jedoch, dass «die jungen Leute, wenn sie so weit wären, um bei uns mitzuspielen, oft in einem anspruchsvollen Studium oder einer Lehre neu gefordert sind oder aus andern Gründen wegziehen», so Luginbühl. Da man momentan etwas schwach dotiert sei bei Streichern und gewissen Bläsern, wolle man die Zusammenarbeit mit der Musikschule Malters intensivieren.

Zurück zur Geschichte des OVM: Aus den ersten vierzig Jahren ist wenig bekannt. Man konzentrierte sich vor allem aufs Musizieren und nicht aufs Protokollschreiben, deshalb basieren viele Informationen auf mündlichen Überlieferungen. Am 13. November 1898 wurde an einer Generalversammlung der erste Vorstand gewählt, und bis 1902 war der Verein auf über 20 Mitglieder angewachsen. 1923 wurde er in den Eidgenössischen Orchesterverband aufgenommen. 1947 wurden die einst so beliebten Maskenbälle wieder eingeführt, die heute unter dem Namen «Nostalgieball» jedes Jahr im Januar stattfinden.

Stehende Ovationen zum Jubiläum

Die Kirchenmusik nahm schon in der damaligen Kirchenmusikgesellschaft Malters einen wichtigen Platz ein. Der Orchesterverein konzertiert bis heute regelmässig mit dem Martinschor an Ostern und in der Mitternachtsmesse. Das klassische Sinfoniekonzert ist jedoch normalerweise der Höhepunkt im Jahreskalender. Der Höhepunkt des aktuellen Jubiläumsjahres fand aber am 5. November in der Pfarrkirche statt. Der OVM wagte sich unter der Gesamtleitung von Pius ­Haefliger und in Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor St. Martin Malters an die Uraufführung von «Et in Terra Pax» von Pius Haefliger sowie an Robert Schumanns Sinfonie «Die Rheinische». «Die Darbietung wurde vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert», sagt Rosmarie Luginbühl. Zum grossen Erfolg hätten auch die Einstudierung des anspruchsvollen Chorparts durch Elsbeth und Mario Thürig sowie das Solo von Gaetano Schneider beigetragen.

Der Dirigent und Komponist Pius Haefliger ist seit zehn Jahren beim OVM im Amt. Er ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Luzern und regelmässiger Zuzüger des Luzerner Sinfonieorchesters. Als Klarinettist sei er ein grosser Gewinn für die Bläser, aber auch die Streicher könnten viel von ihm lernen, so Luginbühl. Dazu sei er kollegial, immer gut vorbereitet und wertschätzend. Mit Alain Valmond verfüge man zudem über einen ausgezeichneten Konzertmeister.

Jeannette Voltz

region@luzernerzeitung.ch

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