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KULTURPREIS: Er holt Schweizer Topkünstler nach Ballwil

Der Kulturpreis geht in diesem Jahr an Beat Zemp (44), der namhafte Darsteller nach Ballwil holt. Zwei seiner Träume bleiben wohl unerfüllt.
Stephan Santschi
Der neuste «Fang» des Ballwiler Veranstalters Beat Zemp (links): Am letzten Freitag hielt der Berner Schriftsteller Pedro Lenz in Ballwil eine Lesung. (Bild Boris Bürgisser)

Der neuste «Fang» des Ballwiler Veranstalters Beat Zemp (links): Am letzten Freitag hielt der Berner Schriftsteller Pedro Lenz in Ballwil eine Lesung. (Bild Boris Bürgisser)

Patent Ochsner, Züri West, Sina, Gölä, Peach Weber, Franz Hohler, Cabaret Rotstift, Gerhard Polt – oder wie am letzten Freitag Schriftsteller Pedro Lenz: Der Ballwiler Kulturverein Master Music hat bereits einige bekannte Künstler ins Seetal locken können. Dafür wurde Gründer und Präsident Beat Zemp nun geehrt – an der Gemeindeversammlung von Ende November erhielt der 44-Jährige die Ehrennadel überreicht. «Es freut mich, dass unsere Tätigkeit wahrgenommen wird. Ich betrachte das als sehr grosse Wertschätzung», kommentiert Zemp den Gewinn des Ballwiler Kulturpreises. Und bescheiden fügt er an: «Was wir tun, wird vielleicht etwas überschätzt. Die Leistung eines Sepp Estermann werte ich höher ein.» Estermann erhielt die Ehrennadel 2004 als Erster – gewürdigt wurde damit sein über 50-jähriges Engagement als Dirigent des Kirchenchors Ballwil.

Zemps Master Music gibt es immerhin auch schon seit 20 Jahren. Ursprünglich wollte er nur zwei Veranstaltungen mit Tinu Heiniger und Stiller Has organisieren und dann wieder von der Bühne abtreten. Da er als Privatperson eine doppelt so hohe Saalmiete hätte bezahlen müssen, gründete Zemp kurzerhand einen Verein. «Damals gab es mit dem Kulturkreis einen Kulturverein, der bereits 20 Jahre aktiv war. Wir merkten aber, dass dort die Luft langsam draussen war. Also entschieden wir uns, weiterzumachen», erläutert Zemp den Grund für die Fortsetzung. Der ehemalige Sänger einer eigenen Band und Teilhaber einer Grosshandelsfirma für Gärtnerei- und Floristenbedarf, fand Spass daran, die teilweise bekannten Künstler ins Seetal zu holen. «Damals kam man noch einfach an sie heran.»

Ausverkauftes Haus mit Züri West

Eine Aussage, die impliziert, dass die Akquisition schwieriger geworden ist. Das liege an den Musikagenturen, über die nun die Kontakte hergestellt werden müssten. «Zudem tritt eine grössere Band heute lieber zweimal in der ­Schüür in Luzern auf als einmal dort und einmal bei uns», erzählt Zemp.

Müde geworden sei er nicht, er sieht in Zukunft aber eine Verschiebung von aufwendigen Musikveranstaltungen hin zu Konzerten, Comedy und Satire im kleineren Rahmen. Ein Beispiel dafür war etwa die Lesung von Pedro Lenz, die am letzten Freitag in der Aula des Schulhauses Ballwil stattfand. «Die 100 Zuschauer erlebten einen Abend mit wunderbaren Geschichten über das Leben», berichtet Zemp.

Unvergessen sind für den dreifachen Familienvater die Auftritte von Franz Hohler, Gerhard Polt oder Züri West. Schriftsteller Hohler habe zwischen zwei Auftritten bei ihnen zu Hause zu Abend gegessen und erzählt, wie es in den 70er-Jahren zur Kindersendung «Franz und René» im Schweizer Fernsehen gekommen sei. Der deutsche Entertainer Polt beeindruckte Zemp mit Bescheidenheit. Und wegen Züri West sei man aus Kapazitätsgründen in die Braui nach Hochdorf ausgewichen. «Mit 1300 Zuschauern war das Haus ausverkauft, grösser war das Interesse nie.»

In der Regel finden die Veranstaltungen von Master Music in Ballwil vor weitaus weniger Publikum statt. «Oft sind es nur 20 bis 30 Leute. Wir machen diese Veranstaltungen, weil wir die Künstler gut finden und nur selten wegen des Kommerzes.» Die lukrativeren Events dienen dabei der Durchführbarkeit der kleinen Anlässe, «auf diese Weise finanzieren wir uns». Öffentliche Unterstützungsgelder erhalte man keine, sagt Zemp und betont: «Die will ich auch nicht. Wir sind selbsttragend. Wären wir das nicht, hätten wir keine Daseinsberechtigung.» Er freut sich dafür über den vor zwei Jahren gegründeten Gönnerverein, dem fast 100 Leute angehören. «Es ist etwas am Entstehen, eine Eigendynamik ist spürbar.»

«Kleines Open Air ist eine Illusion»

Ob diese so weit führt, sich einen seiner Träume zu leisten, bezweifelt er indes stark. «Ich wünschte mir das Engagement des amerikanischen Sängers Tom Waits. Doch das ist wie ein kleines Open Air mit Schweizer Bands – eine Illusion», sagt Zemp, der dem Open Air Eschenbach nachtrauert.

Stephan Santschi

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