Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KULTURPROJEKT: Turmbau zu Horw ist am Ende

Das Projekt «Halbinsel» ist abgeschlossen. Auch der dafür gebaute Holzturm hat ausgedient. Bis zuletzt hofften die Organisatoren auf einen Abnehmer – vergeblich.
Simon Bordier
Der 15 Meter hohe «Leuchtturm» im Zentrum von Horw. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))

Der 15 Meter hohe «Leuchtturm» im Zentrum von Horw. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))

Simon Bordier

Baugerüst? Spielgerät? Oder Kunst? Die 15 Meter hohe Holzkonstruktion auf dem alten Gemeindeplatz in Horw stellt viele Passanten vor ein Rätsel. In einem Ausstellungsraum im Turminnern erfährt man, dass es sich um einen «Leuchtturm» handelt, das Wahrzeichen des Horwer Kulturprojekts «Halbinsel».

Solche Kulturprojekte, die früher Gemeindeausstellungen hiessen, finden in Horw alle paar Jahre statt. Mit dem Projekt «Halbinsel» wurde nun ein neuer Weg beschritten: Es war breiter angelegt und dauerte viel länger als frühere Ausgaben. Während eines Jahres wurde die Horwer Bevölkerung eingeladen, Horw und insbesondere die Horwer Halbinsel neu zu entdecken: Es gab ein grosses Eröffnungsfest rund um den Turm, einen Fotowettbewerb, thematische Spaziergänge durch die grüne Halbinsel, eine Kunstperformance, Chor- und Theaterabende und noch vieles mehr. Nach zwölf Monaten, 52 Veranstaltungen und insgesamt über 5000 Besuchern ist nun aber Schluss.

200 000 Franken teure Konstruktion

Auch die Tage des Leuchtturms sind damit gezählt. «Leider bleibt uns nichts anderes übrig, als den Turm zu zerstückeln und entsorgen», bedauert Dieter Geissbühler, Dozent der Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw, der beim Turmbau federführend war. Die 200 000 Franken teure Konstruktion wurde gemeinsam von der Hochschule Luzern, dem Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe Luzern, der Korporation Horw und der Schaerholzbau AG realisiert. Eigentümerin des Werks ist die Hochschule, welche die finanzielle Hauptlast trug.

Das Projekt sei eine «einmalige Chance» gewesen, so Geissbühler: «Unsere Studierenden erhalten sonst kaum je die Möglichkeit zu erleben, wie ein Projekt, das zuerst nur auf dem Papier existiert, Realität wird.» Gegen 100 Personen hätten am Turmbau mitgewirkt, die meisten von ihnen unentgeltlich. Darunter war auch eine Gruppe chinesischer Austauschstudenten: Es war deren Konzept, das unter den fünf erarbeiteten Vorschlägen schliesslich realisiert wurde.

Es sei zwar von Anfang an klar gewesen, dass der Bau nur während der Projektphase am jetzigen Standort bleiben könne, sagt Geissbühler. Man habe aber gehofft, einen Abnehmer für die Zeit danach zu finden. Man habe diverse Gespräche geführt und etwa einen Kinderspielplatz als Alternativstandort geprüft. Ein Hindernis seien aber die Kosten von gegen 70 000 Franken für Abbau, Transport und Wiederaufbau des Turms, meint Geissbühler.

Erinnerung an das ländliche Horw

Benno Bühlmann, Präsident der Steuerungsgruppe Horwer Kulturprojekt, betont den symbolischen Wert des Turms: «Dass der Bau gemeinsam von verschiedenen Bildungsstätten, Organisationen und einer Firma aus Horw realisiert wurde, ist ein starkes Zeichen für die Vielfalt und Kooperationsgemeinschaft in der Gemeinde.» Der Turm und das Kulturprojekt sollten das «ländliche Horw» in Erinnerung rufen: Unter anderem wurde ein Fotowettbewerb veranstaltet, Sekschüler erkundeten das Terrain mit Filmkameras, und Primarschüler gingen mit Naturkundlern auf «Forschersafari». Kulturelle Höhepunkte wurden in Horw mit dem Theaterstück «Der kleine Gatsby – ein Luzerner Grounding», einem generationenübergreifenden Chorkonzert sowie mit Film- und Stepptanzabenden geboten.

«Die Resonanz, die das Projekt in der Bevölkerung fand, ist sehr erfreulich», so Bühlmann. Man habe versucht, möglichst viele Kultursparten und alle Altersgruppen im Programm zu berücksichtigen. «Es hat uns aber überrascht, dass auch mit ungewohnten Kunstformen wie etwa der Performance von Claudia und Christian Bucher zum Thema ‹Unter der Oberfläche› ein erstaunlich breites Publikum erreicht werden konnte», sagt Bühlmann.

Der siebenköpfigen Steuerungsgruppe rund um Bühlmann und Roger Pfyl, der als «Kulturmanager» fungierte, standen insgesamt 170 000 Franken öffentliche Geldmittel zur Verfügung. «Wir konnten die vielen verschiedenen Anlässe nur dank der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Sponsoren durchführen», sagt Bühlmann. Das Team habe ein «intensives Jahr» hinter sich. «Wenn ich aber schaue, was in diesem Jahr alles zu Stande gekommen ist, dann empfinde ich eine grosse Genugtuung.»

«Positive Ausstrahlung»

Der Horwer Gemeindepräsident Markus Hool (FDP) zeigt sich ebenfalls erfreut darüber, dass «vielen Personen ein guter Zugang zu ganz verschiedenen Kulturformen ermöglicht werden konnte». Viele Horwerinnen und Horwer hätten dabei über die Zuschauerrolle hinaus aktiv an den Programmen teilgenommen. «Die positive Ausstrahlung des Kulturprojektes wird somit auch in Zukunft zu spüren sein», ist er überzeugt. Wann das nächste Kulturprojekt stattfinden werde, stehe noch nicht fest. Er finde angesichts des finanziellen und personellen Aufwands eine Periodizität von vier Jahren sinnvoll, sagt Hool.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.