KUNDENFANG?: «K-Tipp»: Vorwürfe gegen die Kantonalbank

«Auf Kundenfang im Schulhaus»: Unter diesem Titel veröffentlicht das Verbrauchermagazin «K-Tipp» einen Artikel, in dem von zwei Seiten scharf gegen die Nidwaldner Kantonalbank geschossen wird.

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Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

«Getarnt hinter einem 'Präventionsprojekt' wirbt die Nidwaldner Kantonalbank in öffentlichen Schulen für ihre Produkte und Dienstleistungen. Den Behörden ists egal», mit diesem programmatischen Einstieg beginnt der Artikel, der am (morgigen) Dienstag in der neuesten Ausgabe des «K-Tipp» publiziert wird, wie aus einer Vorabmeldung ersichtlich wird. Und: «Die Nidwaldner Kantonalbank kann in Schulen ungehindert Werbung machen», so der anklagende Untertitel.

Redaktioneller PR-Vorwurf
Worauf gründen diese Vorwürfe? Seit fünf Jahren bietet die Nidwaldner Kantonalbank (NKB) den Oberstufenschulen im Kanton eine Unterrichtseinheit an, an der bereits 1500 Schüler teilgenommen haben. Thema: Jugendverschuldung und Budgetberatung. Zwei Stunden dauert die Informationsveranstaltung «Was kostet das Leben?» jeweils, die von Mitarbeitern der NKB geleitet wird. Pikant daran sei, dass es während der letzten 30 Minuten in diesen Vorträgen nicht mehr um Budgetberatung und Aufklärung über drohende Schuldenfallen gehe, sondern zu einer «Werbeoffensive» übergegangen werde.

Eingriff der Schulbehörde gefordert
NKB-Sprecherin Nicole Hermann und auch die Nidwaldner Bildungsdirektorin Beatrice Jann (FDP) sehen darin kein Problem, wie es weiter heisst. Die im Kantonsparlament vertretenen Parteien hätten sich zu diesem Thema nicht äussern wollen. Ganz dezidiert äussert hingegen Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, seine Meinung: «So etwas hat wegen der Produktewerbung im obligatorischen Unterricht auf der Volksschulstufe nichts zu suchen.» Seiner Ansicht nach müsste die Schulbehörde eingreifen. Selbst der Präventionsteil ist nicht über alle Zweifel erhaben, kritisiert zudem Eva Schätti von der kantonalen Budgetund Schuldenberatung Plusminus in Basel.

So oder so dürfte das Thema nun zur reden geben. Das schweizweit erscheinende Verbrauchermagazin ruft nämlich am Ende des Artikels die Leser dazu auf, ihre Meinung kundzutun und an die Redaktion zu schreiben.

scd