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KUNST: Aus alten Bänkli-Latten wird ein Kunstwerk

Ausgediente Parkbank-Latten leben weiter – in Form eines Labyrinths auf der Verkehrshauswiese. Initianten sind die Luzerner Schreiner.
Yves Portmann
Die Künstler Damian Meyer (links) und Mukta Gonzalez präsentierten gestern ihr Pendel-Labyrinth auf der Bühlermatte beim Verkehrshaus. (Bild Yves Portmann)

Die Künstler Damian Meyer (links) und Mukta Gonzalez präsentierten gestern ihr Pendel-Labyrinth auf der Bühlermatte beim Verkehrshaus. (Bild Yves Portmann)

Yves Portmann

Dass alte, abgenützte Holzlatten der insgesamt 1200 Sitzbänke in der Stadt Luzern nicht einfach entsorgt werden müssen, zeigen die beiden Künstler Damian Meyer und Mukta Gonzalez aus Knutwil: Aus 400 ausgemusterten Bänkli-Latten haben sie auf der Bühlermatte beim Verkehrshaus ein begehbares Pendel-Labyrinth geschaffen. Dieses steht der Bevölkerung ab sofort zur freien Begehung offen.

Latten von Quai-Bänkli

«Unser Ziel ist es, dass unser Werk erlebt und nicht nur besichtigt werden kann», sagt Künstler Damian Meyer. Im Vordergrund stehe das mit allen Sinnen erfahrbare Erlebnis: Dazu dienen auch Holzkugeln, die an den schwenkbaren Bänkli-Latten angebracht sind und Klänge erzeugen. «Durch die Begegnungen im Labyrinth soll unter den Besuchern Kommunikation entstehen – analog zu den alten Bänkli-Latten, die sicher unzählige Anekdoten und spezielle Geschichten zu erzählen hätten.»

Das Spezielle am Pendel-Labyrinth seien zudem die Wände, «die einerseits Räume bilden, aber durch das Durchschreiten auch geöffnet werden können», fügt Künstlerkollege Mukta Gonzalez an. «Bei der Begehung ist gegenseitige Rücksichtnahme geboten, denn die beweglichen Latten schwingen wie ein Pendel zurück», so Meyer. Das gesamte Labyrinth steht auf einer Fläche von 13 auf 16 Metern und besteht aus zwölf unterschiedlich langen Holzgerüsten mit Pendellatten. Die Latten stammen von restaurierten Parkbänken entlang des Quais.

«Altes Holz ist nicht wertlos»

Die Stadt entschied sich aus Kostengründen vor zwei Jahren, kaputte Sitzbänke nicht mehr zu ersetzen. Dank einer Initiative der Branchenverbände der Luzerner Maler und Schreiner werden defekte Sitzbänke jetzt doch wieder ersetzt (Ausgabe vom 13. Mai). Der Luzerner Schreinerverband ist auch Initiant des jetzigen Labyrinths beim Verkehrshaus. Die Stadt unterstützt die Aktion, indem sie die Ausstellungsfläche kostenlos zur Verfügung stellt.

Nun «leben» nicht nur die Bänke, sondern auch die alten Latten weiter. «Kreativität ist ein wichtiger Bestandteil des Schreinerhandwerks. Mit dem Labyrinth soll dieser Aspekt zum Tragen kommen», sagte Urs Meier, Verbandspräsident Luzerner Schreiner, an der gestrigen Eröffnungsfeier. Zudem werde mit dem Pendel-Labyrinth gezeigt, dass es sich bei Holz nicht um ein Einwegprodukt handelt. Dieser Tatsache wird bei der Kunstinstallation zusätzliche Beachtung geschenkt: Nach dem Abbau des Labyrinths werden die ausgemusterten Latten nicht einfach entsorgt, sondern zu Stelzen verarbeitet. Dazu werden die alten Latten aufgetrennt, zugeschnitten und dauerhaft verleimt.

«Die Stelzen können bei uns für 35 Franken bestellt werden und später beim lokalen Schreiner abgeholt werden», sagt Pius Duss, Mediensprecher des Luzerner Schreinerverbands. Das Labyrinth steht den Besuchern bis am 9. August offen.

Hinweis:

Weitere Informationen und Stelzen-Bestellung: www.luzerner-schreiner.ch

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