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KUNST: Eine Unterwasserwelt im Innern der «MS 2017»

Das «MS 2017» der Schifffahrtgesellschaft des Vierwaldstättersees erhält dieser Tage einen besonderen Schliff. Künstler Ueli Klemenjak verwandelt es in eine Welt aus einem Kultfilm.
Airbrush-Künstler Ueli Klemenjak gestaltet im neuen SGV-Schiff «MS 2017» einen Raum im Untergeschoss. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 28. März 2017))

Airbrush-Künstler Ueli Klemenjak gestaltet im neuen SGV-Schiff «MS 2017» einen Raum im Untergeschoss. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 28. März 2017))

Dem neuen Schiff «MS 2017» der Schifffahrtgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) wird in diesen Wochen ein altes Flair verpasst. Ein Raum im Rumpf des Motorschiffes «Nautus» wurde benannt – nach dem Unterseeboot Nautilus aus dem Kultfilm «20 000 Meilen unter dem Meer». Im Auftrag der SGV gestaltet der Airbrushkünstler Ueli Klemenjak den ganzen Raum nun im entsprechenden Stil. «Airbrush» ist eine Technik mit einem Farbsprühgerät für besondere grafische Effekte.

Vom modernen Deck des Schiffes führt eine Wendeltreppe in den Rumpf hinab. Steigt man diese hinunter, findet man sich in einer Unterwasserwelt wieder. Als erstes fällt der Blick auf zwei Szenen aus dem besagten Film. Auch fallen alte Kontrollknöpfe und Schalter auf, die sich bedienen lassen, ohne jedoch etwas zu bewirken. Hinter der Wendeltreppe schwimmt ein Riesenkrake direkt auf das Bullauge zu. An der Decke schwimmen Haie, die gefährlich real aussehen.

Praktisch alles im Raum ist «unecht»

«Der Gast soll das Gefühl haben, unter Wasser zu sein», sagt Künstler Ueli Klemenjak. Sein Ziel sei es deshalb, die Bilder möglichst realistisch zu sprayen. In der Realität gebe es viele Kleinigkeiten, die es zu berücksichtigen gelte. Deshalb brauche es Zeit, jedes Detail des Raumes zu erkunden – obwohl er nur so gross wie ein kleines Schlafzimmer sei. «Insgesamt hat der Raum beispielsweise 2000 Nieten», sagt Klemenjak. Um zu erkennen, dass es sich dabei um kleine Holzkugeln handelt, die bloss mit metallischer Farbe bemalt wurden, muss man schon genau hinschauen. Wie die Nieten, sei praktisch auch alles andere im Nautilus-Raum unecht. Die Wandbilder malt Klemenjak mit der Airbrushkunst. Dafür wird eine kleine Pistole mit Farbgläsern ausgestattet. Durch einen Luftdruck wird die Farbe schliesslich auf die Wand gesprüht. «Es ist die Technik, die heute auch für das Schminken an der Fasnacht verwendet wird», sagt Klemenjak.

Um die Bilder möglichst real zu zeichnen, benutze er eine Vorlage des Originals – jedoch keine Schablone. «Die Ideen für den Nautilus-Raum kamen erst im Laufe der Arbeit», sagt Klemenjak. Die SGV habe ihm bloss das Thema vorgegeben – für den Rest habe sie ihm freie Hand gelassen. Klemenjak selbst bezeichnet sich als «produktiven Künstler»: Er könne gut 14 Stunden pro Tag arbeiten. «Ich bin kein Künstler, der nach Lust und Laune arbeitet», sagt er. Insgesamt benötige er für den Nautilus-Raum etwa 250 Arbeitsstunden.

Der Kultraum kann auf der Jungfernfahrt am 4. Mai das erste Mal besichtigt werden. Das neue Motorschiff, das aus fünf Decks besteht, wird künftig die Paradestrecke Luzern-Flüelen bedienen. An diesem Tag wird das «MS 2017» auch getauft. Letztes Jahr gab es die Möglichkeit, Vorschläge für Namen einzureichen. Davon wurden fünf ausgewählt. Bald wird daraus der definitive Name erkoren, der bis zur Taufe geheim bleibt. Sobald das Schiff fährt, ist die Illusion der Unterwasserwelt komplett. «Nur das vorbeirauschende Wasser wird zu hören sein, kein Motorgeräusch», sagt Klemenjak. Durch die Fenster auf beiden Seiten des Raumes wird die Unterwasserwelt des Vierwaldstättersees sichtbar. Trotz fehlendem Riesenkraken ist wohl auch sie für eine Überraschung gut.

Oliver Schneider

stadt@luzernerzeitung.ch

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