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KUNST: Frühe Erni-Werke kommen unter den Hammer

Rund 80 Werke von Hans Erni aus seiner frühen Schaffenszeit in Paris werden versteigert. «Ein aussergewöhnliches Ereignis», sagt der Galerist und rechnet mit einem sechsstelligen Erlös.
Inspiriert von Picasso: Hans Erni alias François Grèques malt 1932 das «Mädchen am Fenster». (Bild Auktionskatalog)

Inspiriert von Picasso: Hans Erni alias François Grèques malt 1932 das «Mädchen am Fenster». (Bild Auktionskatalog)

Fast ein halbes Jahr ist es jetzt her, seit im März der Luzerner Künstler Hans Erni 106-jährig verstorben ist. Bereits ein Jahr vorher musste die Familie von seiner Schwester, der Kunstmäzenin Maria Strebi-Erni, Abschied nehmen. Sie starb im hohen Alter von 107 Jahren.

Jetzt kommt ein grosser Teil des Strebi-Nachlasses unter den Hammer. Maria Strebi-Erni und ihr Mann, der Luzerner Rechtsanwalt Walter Strebi, hatten Hans Erni um 1930 finanziell unterstützt. Sie kauften ihm damals eine grosse Anzahl seiner Arbeiten ab. So ermöglichten Schwester und Schwager dem noch jungen Erni das Kunststudium in Paris. Am 19. September werden nun gleich 84 Werke Ernis, ein Grossteil der Sammlung, im Hotel Europe in Luzern versteigert.

Dazu gehören viele Ölbilder, Zeichnungen und grafische Arbeiten.
Durchgeführt wird die Auktion von der Galerie Gloggner. Ihr Inhaber, Paul Gloggner, erklärt auf Anfrage, dass diese Auktion ein «aussergewöhnliches Ereignis» sei. Die Werke würden die früheste Phase von Ernis Schaffen umfassend zeigen. Vorläufig würden keine weiteren Werke aus dieser Zeit in einer Auktion veräussert. «Deshalb haben die Bilder eine grosse Bedeutung.» Gloggner rechnet mit einem breiten Interesse von Kunstsammlern aus der ganzen Schweiz, vereinzelt sogar aus dem Ausland.

Erni nannte sich François Grèques

Interessant ist, dass Hans Erni in seiner Pariser Zeit (1930 bis 1933) unter einem Synonym arbeitete: Er nannte sich François Grèques. Der Vorname sollte an die französische Kunst erinnern. Der Nachname sollte seine Nähe zur griechischen, mediterranen Kunst symbolisieren. So sind unter den jetzt zur Auktion stehenden Bildern etwa männliche Akte wie «Liegender Athlet» zu finden. Gloggner erklärt: «Der junge Erni wollte unter diesem Namen noch experimentieren, um seine eigene Formensprache zu finden.»

Wer die Bilder im Auktionskatalog studiert, merkt rasch, dass hier viele Bilder angeboten werden, die nicht dem typischen Erni-Stil entsprechen. Deutlich erkennbar ist, dass sich Erni in dieser Zeit sehr stark mit der französischen Kunst und ihren Künstlern auseinandersetzte. «Für Ernis Bild ‹Mädchen am Fenster› war Pablo Picasso ganz klar Vorbild», erklärt Galerist Gloggner. Aber auch Georges Braques Arbeiten haben den Luzerner Maler inspiriert, ein Beispiel dafür ist ein Stillleben, die «Mandoline und Fruchtschale».

Wie eng verbunden Hans Erni mit der französischen Kunst war, zeigte sich auch im Jahr 1935, als er die Ausstellung «These, Antithese, Synthese» im neu eröffneten Luzerner Kunsthaus gestaltete. Sie stand unter dem Zeichen der Avantgarde. Und als Mitglied der Künstlervereinigung «Abstraction – Création» in Paris vertrat er deren konstruktivistischen Anliegen.

Auktionserlös wird gespendet

Der Erlös der Auktion wird der Strebi-Erni-Stiftung zugutekommen. Diese fördert das kulturelle Leben in Luzern, insbesondere die Musik, die Institution unterstützt auch das Lucerne Festival. Ernis Werke werden an der Auktion einen Gesamterlös im sechsstelligen Bereich erzielen, schätzt Gloggner. Der Startpreis für das teuerste Werk (Mädchen am Fenster, 1932) liegt bei knapp 14 000 Franken. Der Galerist rechnet, dass das Ölbild bis zu 18 000 Franken erzielen kann. Er fügt an: «Es ist aber gut möglich, dass für einzelne Bilder das Doppelte dieser Schätzung oder sogar noch mehr bezahlt wird.»

Flurina Valsecchi

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