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Kunst löst Radio im Landessender ab

Seit einem Jahr wird der Landessender Beromünster zu einem Gesamtkunstwerk ausgebaut. Wo einst die Radio-Programme in die ganze Schweiz gesendet wurden, tobt sich heute Künstler Wetz kreativ aus.
Das Hauptgebäude des Landessenders Beromünster erstrahlt in neuem Glanz. (Bild: Philipp Berger/Luzernerzeitung.ch)

Das Hauptgebäude des Landessenders Beromünster erstrahlt in neuem Glanz. (Bild: Philipp Berger/Luzernerzeitung.ch)

Direkt neben dem Hauptgebäude des ehemaligen Landessenders Beromünster fliegt in einer 18 Meter hohen Holzscheune ein ausgestopftes Eichhörnchen auf einer Bohrmaschine durch die Luft. Die Handschrift von Künstler Werner «Wetz» Zihlmann (50) ist rund ein Jahr, nachdem der Umbau des Senders in ein Gesamtkunstwerk begonnen hat, bereits in jedem Winkel zu erkennen.

Installation von Künstler Urs Heinrich. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Der grosse Landessaal ist das Herzstück des neuen Landessenders. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Bild: zgv Silas Kreienbühl
Bild: zgv Silas Kreienbühl
Figuren von Alois Hermann. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Modelle zum Sakralraum mit Glaubenszentrum von Wetz. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Kurt Baumann. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Bild: zgv Silas Kreienbühl
Rochus Lussi. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Die Aussenfassade vor dem Umbau. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
...und nach dem Umbau. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
Köpfe von Heidi K. Ernst. (Bild: zgv Silas Kreienbühl)
12 Bilder

Kunst im Landessender

Seit einem Jahr wird umgebaut

Am 14. Dezember 2010 gab die Gemeindeversammlung von Beromünster ihren Segen zur Umzonung des Landessenders von einer Landwirtschaftszone in eine Sonderbauzone. Wetz konnte damit sein Projekt «Kunst und Kultur im Landessender Beromünster» (KKLB) verwirklichen. Für einen symbolischen Betrag von 5 Franken konnte der Surseer – der sich zuvor im Tempelhof in Uffikon verwirklicht hatte – von der Swisscom die alten Gebäude des Landessenders übernehmen.

Seither hat sich am Fusse des Blosenbergs viel getan. Die alten Rundfunk-Installationen sind beinahe komplett verschiedenen Kunstobjekten, grossen Sälen, Schulzimmern und Büros gewichen. Herzstück des Projekts ist der grosszügige Landessaal. Ein «Raum als Kunstwerk», welcher für Veranstaltungen aller Art vermietet wird. In zahlreichen Räumen werden zudem Exponate von verschiedenen Künstlern gezeigt.

«Fast unbegrenzte Möglichkeiten»

Und der exzentrische Künstler hat noch viel vor. Überall wird gebaut, getüftelt und geplant. Erzählt Wetz von seinen Projekten, gerät er ins Schwärmen: «Die Räumlichkeiten des alten Landessenders bieten uns fast unbegrenzte Möglichkeiten.»

Das KKLB ist aber nicht einfach ein Museum. Besucht werden kann es nur mit Voranmeldung. Für Einzelpersonen finden die Führungen jeweils nur am Sonntag statt. Das Publikum wird dann durch die einzelnen Installationen geführt. Neben dem Landessaal werden auch Schulräumlichkeiten vermietet. Auch Gruppen-Anmeldungen sind möglich.

bep

Künstler Wetz

Werner «Wetz» Zihlmann wurde 1961 im Zihlenfeldlöchli in Wolhusen geboren. Als gelernter Hochbauzeichner und Psychiatriepfleger bildete er sich an der Kunstgewerbeschule Luzern und an der Hochschule der Künste in Berlin weiter. Heute betreibt Wetz Studios in Sursee, Fulda und Belp.

Nach zahlreichen Museumsausstellungen betrieb der Künstler Ende 2003 bis Ende 2010 sein erstes Wetz-Museum im KKL Uffikon und Tempelhof Uffikon. Schritt für Schritt baute er auf dem Hof von Bauer Bernhard Zemp mit Einbezug von vielen Kunstschaffenden das KKL Uffikon und der Tempelhof Uffikon zu einem Gesamtkunstwerk aus – bis es 2010 schliessen musste, weil die Installation nicht zonenkonform war.

pd

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