Kunst und Kultur

Projekt in der ehemaligen Käserei: Rickenbach soll zum Genussdorf werden

In die «alte» Käserei soll neues Leben einkehren. Mit diesem Projekt rundet Peter Häfeli seine Vision ab.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen

Die ehemalige Käserei in Rickenbach steht seit geraumer Zeit leer. Jetzt soll das Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden. Geplant ist, dass das Lokal künftig unter dem Motto Kunst und Kultur genutzt wird. Dafür ist einerseits der Künstler Werner Zihlmann, besser bekannt unter dem Namen Wetz, verantwortlich. Andererseits sorgt Remo Fehlmann für die Esskultur. Dieser führt die Rickenbacher Dorfwirtschaft.

Remo Fehlmann mit seiner Frau Monika Fehlmann (rechts) und Mitarbeiterin Franziska Katzoreck in der neueröffneten Dorfwirtschaft mit Bäckerei.

Remo Fehlmann mit seiner Frau Monika Fehlmann (rechts) und Mitarbeiterin Franziska Katzoreck in der neueröffneten Dorfwirtschaft mit Bäckerei.

Bild: Eveline Beerkircher (Rickenbach, 10. Oktober 2019)

Das neue Projekt ist als Zwischenlösung angedacht und soll zeitlich auf rund ein Jahr befristet sein. Für danach haben Fehlmann und der Eigentümer des Gebäudes, Peter Häfeli, bereits weitere Pläne. Doch dazu später mehr.

Raum soll als Chässtübli genutzt werden

Zu den Kunstgegenständen gehören beispielsweise – passend zur bald anbrechenden Weihnachtszeit – diverse Christbäume mit Geschenkpäckli. Oder in einem mit einer milchigen Flüssigkeit gefüllten Trog schwimmen gelbe Enten. Mittels Knopfdruck werden zwei Föhne in Betrieb gesetzt, welche mit ihrer ausgestossenen Luft die Enten in Bewegung setzen. Um die Esskultur im alten Gebäude aufleben zu lassen, wurde das 4000 Liter fassende Chäschessi in eine Lounge umgebaut.

Die Käserei im Jahr 2012.

Die Käserei im Jahr 2012.

Bild: Roger Grütter

Remo Fehlmann schwebt vor, diesen Raum als eigentliches Chässtübli zu nutzen. Sei es für ein Fondue, ein Raclette oder zum Konsumieren anderer Käsespezialitäten: «Wir möchten hier den Gästen alles, was mit Käse zu tun hat, offerieren.» Er könnte sich auch vorstellen, kleine Konzerte zu veranstalten. Und gerade jetzt, im Dezember, einen Marronistand zu betreiben. Geplant sei ebenfalls, am Wochenende den Raum zu vermieten – zum Beispiel für Vereinsanlässe oder Firmenevents. Wobei er natürlich weiss, dass dies mit Corona im Moment noch eher Wunschdenken ist.

Um- und Neubau geplant

Peter Häfeli

Peter Häfeli

Keineswegs auf Wunschdenken basierend, sind die Pläne von Remo Fehlmann und Peter Häfeli, was mit der ehemaligen Käserei nach der Zwischennutzung geschieht. «Aktuell prüfen wir sowohl einen Um-, aber auch einen Neubau», erklärt Häfeli. Und Fehlmann betont: Die Nutzung passe ideal zum Dorfkern. Zur Erinnerung: Dazu gehört die Rickenbacher Dorfwirtschaft mit einer Galerie für Gesellschaftsanlässe. Bereits heute gibt es dort einen Raum für Events und Seminare. Weiter ist eine Bäckerei/Konditorei und eine Kaffeeecke angegliedert. Zudem verfügt der Dorfkern über eine Metzgerei.

Die Verantwortlichen planen bei der ehemaligen Käserei ein Gebäude mit diversen Nutzungsmöglichkeiten. Es soll als Event- und Seminarlokal genutzt werden können und unter anderem auch eine Produktionsküche mit kleiner Bäckerei entstehen. Am Abend ist es jeweils möglich, die Küche für Anlässe wie Klub- oder Männerküche zu mieten. Zudem sei das Ziel, die Patisserie von der Restaurantküche weg zu zügeln, um mehr Platz zu schaffen, erklärt der Gastronom.

Zimmer in den Obergeschossen vorgesehen

Weiter sind eine Schau-Destillerie, eine Schau-Bierbrauerei und eine Schau-Käserei geplant. Dabei erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, dort ihr Produkt auch selber herzustellen. Als viertes Element gesellt sich das Backen von Holzofenbrot dazu. «Dieses Produkt möchten wir künftig sowieso bei uns selber machen», sagt Fehlmann. Zudem betont er: «Wir wollen unser Angebot für die Teilnehmer erlebbar machen.» Als Kundenzielgruppen sieht er Private, Vereine, Firmen oder professionelle Seminaranbieter. In den Obergeschossen sind Zimmer vorgesehen. Das heisst: Die Teilnehmer erhalten auch die Möglichkeit – beispielsweise bei mehrtägigen Seminaren – im Haus zu übernachten.

Ende 2022/Anfang 2023 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Arbeiten dürften rund eineinhalb Jahre dauern. «Es soll eine Begegnungsplattform entstehen, wo der Genuss im Vordergrund steht», betont Fehlmann. Und Häfeli sagt: «Meine Vision ist es, aus Rickenbach ein Genussdorf zu machen.» Mit der Dorfwirtschaft machte er den Anfang, mit der Realisierung dieses Projekts rundet er seine Vision nun ab.