Kunstmuseum spürt Werken Paul Theks nach

Das Kunstmuseum Luzern thematisiert in seinen Herbstausstellungen das Sammeln und Konservieren: Es forscht nach den verlorenen Installationen des Amerikaners Paul Thek (1933-1988) und restauriert öffentlich drei Werke des Luzerners Martin Moser (1500-1568).

Drucken
Teilen
Paul Thek, 1969, Holztisch, Stühle, ausgestopfter Hund, Gips, Eier, Postkarten, Fotos, Skizzen, Stoff, Latex, Knetmasse, Aluminium, Holz, Keramikteller, Glas, Kunststoff. (Bild: PD)

Paul Thek, 1969, Holztisch, Stühle, ausgestopfter Hund, Gips, Eier, Postkarten, Fotos, Skizzen, Stoff, Latex, Knetmasse, Aluminium, Holz, Keramikteller, Glas, Kunststoff. (Bild: PD)

Zu den Aufgaben des Kunstmuseums gehöre nicht nur das Ausstellen und Vermitteln, sondern auch das Sammeln und Bewahren, sagte Direktorin Fanni Fetzer am Freitag zum Hintergrund der neuen, bis am 18. November geöffneten Ausstellungen «Paul Thek, in Process» und «Martin Moser, öffentliche Restaurierung».

Paul Thek hatte 1973 in Luzern eine Einzelausstellung. Zusammen mit Künstlerfreunden, der «Artist's Co-op», nahm er das Kunstmuseum in Beschlag und realisierte «Ark, Pyramid, Easter - A Visiting Group Show».

Die Installation, deren Entstehen vom Publikum besichtigt werden konnte, gehört zu den bedeutenden Werken, die Thek in den 70er- Jahren in Europa realisierte. Vorhanden ist sie aber nicht mehr. In der Sammlung zurück geblieben seien einzelne Gegenstände, sagte Fetzer.

Pau Thek im Studio auf Prinseneiland. (Bild: Stefano Schroeter)
7 Bilder
Portät Paul Thek (Bild: Stefano Schroeter)
Die Artist's Co-op in Luzern 1973 (Bild: Stefano Schroeter)
Paul Thek, ohne Titel 1968 (Bild: Stefano Schroeter)
Paul Thek, diverse Werke und Objekte aus der Sammlung. (Bild: Stefano Schroeter)
Paul Thek, 1969, Holztisch, Stühle, ausgestopfter Hund, Gips, Eier, Postkarten, Fotos, Skizzen, Stoff, Latex, Knetmasse, Aluminium, Holz, Keramikteller, Glas, Kunststoff. (Bild: Stefano Schroeter)
Paul Thek, 1969, Holztisch, Stühle, ausgestopfter Hund, Gips, Eier, Postkarten, Fotos, Skizzen, Stoff, Latex, Knetmasse, Aluminium, Holz, Keramikteller, Glas, Kunststoff. (Bild: Stefano Schroeter)

Pau Thek im Studio auf Prinseneiland. (Bild: Stefano Schroeter)

Dokumentation einer Spurensuche

Die von Susanne Neubauer kuratierte Ausstellung «Paul Thek, in Process» will an diese Arbeiten erinnern und sie in den Kontext der 70er-Jahre stellen. Da die Werke nicht mehr existierten, müssten sie erschlossen werden, sagte Neubauer.

Die Ausstellung zeigt kaum Kunstwerke, sondern Versatzstücke, Fotos, Filme oder Zeitungsausschnitte, die die Suche nach dem Künstler und seinen Werken dokumentieren. Deutlich gemacht wird, dass das Gesamtbild lückenhaft bleibt.

Die Ausstellung «Paul Thek, in Process» war bereits in Duisburg zu sehen und wird auch in Stockholm gezeigt, wo Thek ebenfalls tätig war. Sie wird den jeweiligen Orten angepasst. In Luzern steht die kollektive Arbeit in Zentrum, denn Thek hatte damals seine Ausstellung erstmals als kollektives Projekt deklariert.

Gezeigt wird in Luzern auch das kreative Umfeld Theks. Thek, der in New York mit Skulpturen menschlicher Glieder in Glaskästen berühmt wurde, arbeitete wiederholt mit dem Regisseur Robert Wilson zusammen (etwa im Rahmen der stummen Oper «Deafman Glance») oder im Rahmen der Kasseler «documenta 5» mit Harald Szeemann.

Öffentliche Restaurierung

Blieben von Theks Arbeit in Luzern vor knapp 40 Jahren nur Spuren zurück, so verfügt das Kunstmuseum in seiner Sammlung vom 400 Jahre älteren Martin Moser drei monumentale Holztafeln. Die 1557 für eine Hauskappelle geschaffenen Werke müssen restauriert werden.

Die Restauration wird öffentlich in einem Ausstellungsraum durchgeführt. Damit könne eine Arbeit, die normalerweise hinter den Kulissen stattfinde, sichtbar gemacht werden, sagte Kurator Christoph Lichtin.

Restauriert wird von Mittwoch bis Freitag; am Donnerstag um 16 Uhr geben die Fachleute dem Publikum Auskunft. Die Ausstellung informiert ferner über die drei Bildtafeln, den Maler und über die damalige Stadt Luzern.

Verbunden werden die Ausstellungen über Paul Thek und Martin Moser über das «Camp». In diesem Raum proben Kunststudentinnen und - studenten die Arbeit im Kollektiv, wie es Thek und seine Freunde 1973 vorgemacht haben.

sda