Kuriose Gestalten mischen den Flecken-Umzug auf

Viele aufwendige Wagen, witzige regionale Sujets und einige Exoten: Das war der gestrige Umzug in Beromünster.

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«Uspfiefe!»: Schräger Vogel am Rande des Umzugs der Fleckenzunft. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

«Uspfiefe!»: Schräger Vogel am Rande des Umzugs der Fleckenzunft. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Voraus schaukelt das (waschechte) Kamel. Dahinter tänzeln sich verführerisch wiegende Beduininnen in ihren klimpernden Gewändern. Mit ihrem Sujet «1000+6 Nächte» sorgten die Chommerbuebe Möischter am gestrigen Umzug der Fleckenzunft Beromünster für einen Hauch von orientalischer Märchenromantik und für einen der Umzugshöhepunkte.

Bild: Maria Schmid/Neue LZ
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Hobbys der Zunftmeister

Abenteuerlich geht es bei den Guuggenmusigen zu und her, die den Zuschauern als Piraten oder Kopfgeldjäger einheizen. Die Bogeteguugger Rekkebach etwa legten als coole Russen auch noch ein Tänzchen hin, sodass man meinen konnte, die Fasnacht habe gerade erst begonnen.

Ansonsten dominierten im Flecken Beromünster eher urchig-bodenständige Themen. Besonders beliebt bei den Zuschauern: die Interessen und Hobbys der aktuellen Zunftmeister in und um Beromünster. Für Tony Glanzmann, Zunftmeister der Fleckenzunft und begeisterter Jäger, kamen die Beromünsterer Kindergartenkinder als kecke Jägerlein daher – samt Teddybären im mitgeführten Hochstand. Auf den vielen aufwendig gestalteten Wagen waren ganze Autogaragen, Fussballplätze oder Chalets inklusive Skipiste zu bestaunen.

Als Überraschung gab es auch noch hohen Besuch aus Luzern: den Zunftmeister der Wey-Zunft.

Der Kruzifix-Streit und die Pilze

Dazwischen tauchten aber immer wieder aktuelle Themen auf. Die BannerZunft Hämikon-Müswangen nahm mit einem fahrenden Klassenzimmer den Kruzifix-Streit in Triengen vom letzten Herbst auf die Schippe. In Anspielung auf den Kruzifix-Gegner, der früher Pastor der «Kirche der heiligen Pilze der Schweiz» gewesen war, trugen die Schüler kleine Fliegenpilzschirme auf den Köpfen.

«Das Spezielle am Umzug hier ist eben, dass er so regionsbezogen ist», hielt Zuschauerin Judith Wyttenbach (57) aus Reinach am Ende des Umzugs fest. Ausserdem sei er dieses Jahr wieder sehr farbig und fantasievoll gewesen, sagte Monika Rey (52) aus Menziken.

Der Umzug in Beromünster findet nur alle drei Jahre statt, abwechselnd mit Neudorf und Hildisrieden.

Mirjam Weiss / Neue LZ