Kommentar

Ladenöffnungszeiten: Es ist höchste Zeit für eine Liberalisierung

Der Luzerner Kantonsrat hat am Dienstag entschieden, die Ladenöffnungszeiten im Kanton moderat auszuweiten. Es ist höchste Zeit für diese leichte Anpassung, meint Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer

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Das restriktivste Ladenschlussgesetz der Schweiz wird mit hoher Wahrscheinlichkeit leicht gelockert. Im Luzerner Kantonsrat sind die Weichen jetzt derart gestellt worden. Der von Detaillisten und Gewerkschaften ausgehandelte Kompromiss kam nämlich gut an. Das konnte erwartet werden, weil dieser Schulterschluss im Juni beim Gros der Parteien und Verbände auf Wohlwollen stiess. Demnach könnten die Luzerner Läden an Werktagen schon bald bis 19 statt bis 18.30 Uhr offen haben. An Samstagen soll der Geschäftsschluss um eine Stunde nach hinten auf 17 Uhr verschoben werden. Dafür soll einer der beiden wöchentlichen Abendverkäufe wegfallen.

Es ist höchste Zeit für diese leichte Anpassung. In den umliegenden Kantonen sind die Läden seit Jahren entweder deutlich länger geöffnet – oder es gibt wie im Aargau, in Schwyz sowie in Ob- und Nidwalden gar keine Ladenschlussgesetze mehr. Das fördert den Einkaufstourismus und belastet mit den Fahrten die Umwelt.

Ob der Kompromiss hält und eine allfällige Volksabstimmung übersteht, muss sich zwar noch weisen. Schliesslich scheiterten beabsichtigte Liberalisierungen an der Urne seit 2006 drei Mal. Doch die gründliche Vorarbeit von Detaillisten und Gewerkschaften, verbunden mit einer breit abgestützten Motion im Kantonsrat, lassen grosse Zuversicht für ein Ja zu einer moderaten Ausweitung der Ladenöffnungszeiten aufkommen.

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