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«Dringend notwendig»: Luzerner Geschäfte möchten am Samstag länger offen haben

Viele Geschäfte in der Stadt Luzern befürworten eine moderate Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Vor allem der frühe Ladenschluss am Samstag um 16 Uhr ist für viele ein Ärgernis: «Damit stossen wir viele Kunden vor den Kopf.»
Hugo Bischof
In einem noch zu definierenden Rayon sollen in Luzern längere Öffnungszeiten gelten. Ob auch die Pilatusstrasse mit der Globus-Filiale dazugehört? (Bild: Nadia Schärli (23. Oktober 2018, Luzern))

In einem noch zu definierenden Rayon sollen in Luzern längere Öffnungszeiten gelten. Ob auch die Pilatusstrasse mit der Globus-Filiale dazugehört? (Bild: Nadia Schärli (23. Oktober 2018, Luzern))

Vielleicht können bald schon die meisten Geschäfte in der Luzerner Altstadt länger offen haben, nicht nur Schmuck- und Uhrenläden wie bisher. Darauf deutet ein Gutachten, das der frühere Uni-Rektor Paul Richli im Auftrag des Stadtrats verfasst hat (Artikel vom 23. Oktober). Doch wollen die Geschäfte das überhaupt? Wir fragten bei einigen nach.

«Längere Öffnungszeiten sind dringend notwendig, vor allem am Samstag», sagt Margrit Neff, Filialleiterin von Schuhmode Imgrüth an der Weggisgasse 4-6. «Am Samstag um 16 Uhr ist die Stadt voll von Leuten. Dass wir dann schliessen müssen, ist seit Jahren ein Ärgernis. Wir stossen damit viele vor den Kopf, auch Leute aus Bern und Zürich, die in Luzern shoppen wollen.» Tatsache ist: In der Schweiz kennt nur der Kanton Fribourg ähnlich restriktive Öffnungszeiten wie der Kanton Luzern.

Begrüssenswert wären Ladenöffnungszeiten samstags bis mindestens 17 Uhr, besser noch bis 18 Uhr, sagt Neff. Eine Ausweitung werktags bis 22.30 Uhr, wie bei touristischen Geschäften möglich, sei für sie aber kein Thema: «Länger als bis 19 Uhr würde sich für uns nicht rentieren.» Schon an den heutigen Abendverkäufen am Donnerstag und Freitag Abend bis 21 Uhr sei der Andrang nicht immer gross.

Manor: «Grosses Bedürfnis von Touristen»

Das Warenhaus Manor mitten in Luzerns Altstadt ist mit seinem Wunsch nach längeren Öffnungszeiten beim Stadtrat einst abgeblitzt. Dass dieser jetzt einen Pilotversuch prüfe, sei erfreulich, sagt Manor-Mediensprecher Georg Halter: «Wir wären gern bereit, an einem solchen Test teilzunehmen.»

«Wir sind überzeugt, dass liberalere Ladenöffnungszeiten in der Altstadt einem grossen Bedürfnis von Touristinnen und Touristen entsprechen würden.»

Georg Halter, Mediensprecher Manor

Gemäss Halter macht Manor Luzern einen grossen Teil seines Umsatzes mit Touristen – detaillierte Zahlen werden nicht bekanntgegeben. «Wir sind überzeugt, dass liberalere Ladenöffnungszeiten in der Altstadt einem grossen Bedürfnis von Touristinnen und Touristen entsprechen würden», so Halter. Interessiert wäre Manor insbesondere an einer Verlängerung der Öffnungszeiten am Samstag bis 18 Uhr. «Wir sind jeden Samstag mit Touristen konfrontiert, die nicht verstehen können, dass wir bereits um 16 Uhr schliessen müssen», sagt dazu Warenhaus-Direktor Andreas Camenzind.

Companys: «Verlorene Stunde» von 20 bis 21 Uhr

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeit samstags bis 18 Uhr hat auch beim Modegeschäft Companys am Reusssteg 3 oberste Priorität. «Das wäre perfekt», sagt Geschäftsführer Pietro Bigoni. Den Abendverkauf am Donnerstag und Freitag könne man hingegen getrost auf 20 Uhr verkürzen: «Zwischen 20 und 21 Uhr ist eine verlorene Stunde, da macht kaum noch jemand mit.» Montags, dienstags, mittwochs bis 18.30 Uhr (im Weihnachtsgeschäft bis 19 Uhr), donnerstags und freitags bis 20 Uhr, samstags bis 18 Uhr: Das wären für Bigoni ideale Ladenöffnungszeiten: «So können wir auch die gewohnte 42-Stunden-Woche aufrecht erhalten.» Die Öffnungszeiten auf den Sonntag auszuweiten, davon hält Bigoni wenig: «Dafür ist Luzern zu konservativ.»

«Dafür ist Luzern zu konservativ.»

Pietro Bigoni, Geschäftsführer Companys

Auch beim Käsegeschäft Chäs Barmettler an der Hertensteinstrasse 2 ist man einer generellen Verlängerung der Öffnungszeiten gegenüber skeptisch eingestellt. «Ich glaube nicht, dass viele scharf darauf sind», sagt Geschäftsführer Thomas Barmettler. Aber auch für ihn ist klar: «Am Samstag braucht es eine Anpassung der Öffnungszeit.» Vor noch nicht allzu langer Zeit sei in Luzern am Samstag um 17 Uhr Ladenschluss gewesen.

An der Tourismus-Achse Altstadt-Löwendenkmal gelegen ist die Coop-Filiale im Löwencenter. «Wir stehen dem Vorschlag einer moderaten Anpassung der Ladenöffnungszeiten positiv gegenüber», sagt Coop-Mediensprecherin Andrea Bergmann. «Wir stellen im allgemeinen fest, dass längere Ladenöffnungszeiten einem Kundenbedürfnis entsprechen, besonders im städtischen Raum.» Umsatzzahlen kommuniziert Coop nicht – somit auch nicht, wie gross der Anteil der Touristen am Gesamtumsatz ist.

Migros: «Stärkste Frequenzen am Samstag um 16 Uhr»

Die Genossenschaft Migros Luzern würde ebenfalls «eine zeitgemässe, moderate Anpassung der Ladenschlusszeiten an Samstagen und Abenden unter der Woche sehr begrüssen». Dies entspreche «den Bedürfnissen der Touristen, aber auch der heimischen Kunden», sagt Mediensprecherin Rahel Kissel. «Gerade an Samstagen könnten wir Filialen wie die Migros Schweizerhof länger offen halten. Um 16 Uhr, wenn wir schliessen, verzeichnen wir jeweils die stärksten Frequenzen.»

Auch bei Globus, das ein Warenhaus an der Pilatusstrasse 4 und eine kleinere Filiale am Falkenplatz in der Altstadt führt, würde man «eine Flexibilisierung und Erweiterung der Öffnungszeiten begrüssen». Mediensprecherin Marcela Palek betont: «Gerade am Wochenende wird das Einkaufen, gerne auch verbunden mit einer attraktiven Verpflegungsmöglichkeit, zum Erlebnis für die ganze Familie.» Das deutet darauf hin, dass man auch bei Globus gerade am Samstag gerne länger offen hätte.

Wie weit der geografische Rayon bei einer Erweiterung der Ladenöffnungszeiten gezogen würde, ist noch nicht definiert. Ob eine Ausweitung Ausweitung auf die linke Reussseite/Neustadt auch werktags Sinn machen würde, bezweifeln Insider. Tatsache ist: Die grossen Tourismusströme bewegen sich sehr gezielt im Bereich Schwanenplatz/Grendel.

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