LADENSTRASSE: Post zieht in Schenkon in den Coop

Die Post schliesst ihre Filiale an der Ladenstrasse im Zellfeld. Dafür will der gelbe Riese im Coop neue Räumlichkeiten beziehen. Doch der Grossverteiler steht offenbar noch vor weiteren Herausforderungen.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen
Das Zellfeld in Schenkon. Hier soll die Post einziehen. (Bild: googlemaps.ch)

Das Zellfeld in Schenkon. Hier soll die Post einziehen. (Bild: googlemaps.ch)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Ins Schenkoner Zellfeld kommt Bewegung. Da wäre zum einen die Post: Diese soll die eigenen Räumlichkeiten an der Ladenstrasse aufgeben und in den nur einen Steinwurf davon entfernten Coop Supermarkt umziehen. Am 23. Mai wird darüber offiziell informiert. Weiter haben unsere Recherchen gezeigt: Coop befasst sich mit Ausbauplänen.

Dass die Post die Straffung seines Poststellennetzes zügig vorantreibt, ist längst kein Geheimnis mehr. Bis 2020 bleiben im Kanton Luzern noch 31 Standorte bestehen. Dem Umbau, wie ihn der gelbe Riese formuliert, fällt auch Schenkon zum Opfer. Nach rund sieben Jahren an der damals neuen Ladenstrasse lokalisiert, kommt für die Postkunden dort das Aus. Im Bestreben in Schenkon eine eigene Post zu erhalten, hatte die Gemeinde den Standort seinerzeit sogar finanziell unterstützt. «Jetzt allerdings», sagt Gemeindepräsident Patrick Ineichen (CVP), «mussten wir bei den uns von der Post auf den Tisch gelegten Zahlen einsehen, dass eine neue Lösung angezeigt ist.»

Die Verträge seien zwar noch nicht unterschrieben, sagt Markus Flückiger, Verantwortlicher regionale Kommunikation Mitte bei der Post, «doch es besteht die Absicht, diese Filiale zusammen mit dem Coop zu führen.» Im Supermarkt soll sie in Form einer bedienten Agentur in der Nähe des Kiosks realisiert werden. Dieser gehört neben den Einkaufsmöglichkeiten, dem Restaurant, der Blumenecke und der Drogerie Trippel mit zum Angebot im Schenkoner Coop Supermarkt. «Die Diskretion für die Erledigung bei Postgeschäften ist auch bei den Partnerlösungen für unsere Kunden gewährleistet», erklärt Flückiger weiter. Dieser Aspekt ist bei den Informationsveranstaltungen der Post – dort stellen sie jeweils ihre Umbaupläne in den betroffenen Gemeinden vor – stets ein Thema. Unlängst war dies beispielsweise in Schötz und in Buttisholz der Fall. Zudem streicht die Post bei der neuen Lösung «eine grössere Flexibilität auch mit längeren Öffnungszeiten» hervor.

Papeterie zeigte ebenfalls Interesse an Postgeschäften

Neben dem Grossverteiler zeigte die Papierama GmbH ebenfalls Interesse, die Postgeschäfte in ihre Räumlichkeiten an der Schenkoner Ladenstrasse zu integrieren. «Dazu hätten wir unser Geschäft jedoch vergrössern müssen», erklärt Urs Schocher. Er führt zusammen mit seinem Lebenspartner Tiziano Ceresa die Papeterie. Das sei aber – zumindest im Moment – nicht möglich, bedauert Schocher.

Stellt sich die Frage, ob die Ladenstrasse durch die Schliessung der Post an Kundenfrequenz und somit auch an Attraktivität verliert. Gemeindepräsident Patrick Ineichen verneint, indem er sagt: «Da habe ich keine Bedenken. Ich bin der Meinung, die dort angesiedelten KMU-Betriebe sind gut positioniert und haben ihre Hausaufgaben gemacht. Das Café Koller und der nah gelegene Coop sind Magnete, welche sich weiterhin positiv auf Frequenz und Umsätze auswirken.»

Mutmassliche Ausbaupläne: Coop äussert sich nicht

Und wie steht es um die Ausbaupläne des Grossverteilers im Zellfeld-Gebiet? «Wir stehen diesbezüglich mit der Direktion von Coop im Gespräch», bestätigt der Schenkoner Gemeindepräsident. Patrick Ineichen redet von einer «Gesamtüberbauung». Coop will sich «zu den mutmasslichen Ausbauplänen der Verkaufsstelle», wie Patrick Häfliger, Teamleiter Presse Region Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich, mitteilt, nicht äussern. So schreibt er auf Anfrage denn auch: Dazu seien zum aktuellen Zeitpunkt keine Angaben möglich.

Es ist aber davon auszugehen, dass es dabei um die beiden Gebäude mit dem Supermarkt (Food-Store) sowie dem daneben liegenden Bau+Hobby-Markt geht. Als Knacknuss dürfte sich dabei aber herausstellen, dass Ersteres der Personalfürsorgestiftung der Anliker AG, Emmenbrücke, gehört. Bei der «Do-It»-Fläche ist Coop Eigentümerin. Der davor liegende, vom Grossverteiler vorwiegend als Parkmöglichkeit genutzte Platz, gehört einer Erbengemeinschaft.

Gemeindepräsident macht Druck auf den ÖV

Bis spätestens im Herbst erwartet der Schenkoner Gemeinderat von Coop Informationen zu im Raum stehenden Ausbauwünschen. «Sodass wir sie noch in die Gesamtrevision der Ortsplanung mit einfliessen lassen können», erklärt Patrick Ineichen. Möglichen Erweiterungsplänen steht er zwar «grundsätzlich positiv» gegenüber, merkt aber an: «Es interessiert dann natürlich auch, wie sich ein Ausbau auf die Mobilität auswirkt.» Es sei eine Illusion zu glauben, die Kunden gingen mit dem Postauto einkaufen. In dem Zusammenhang betont er: «Der ÖV ist in der Region einfach nicht bereit. Mir fehlt hier die Dynamik, welche uns weiterbringt.»

«Es interessiert natürlich auch, wie sich ein Ausbau auf die Mobilität auswirkt.» Patrick Ineichen, Gemeindepräsident Schenkon (Bild: Manuela Jans (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

«Es interessiert natürlich auch, wie sich ein Ausbau auf die Mobilität auswirkt.» Patrick Ineichen, Gemeindepräsident Schenkon (Bild: Manuela Jans (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))