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LÄDELISTERBEN: Luzerner Stadtrat will flexiblere Ladenöffnungszeiten

Die Stadt Luzern will die Rahmenbedingungen für Geschäfte verbessern. Längere Öffnungszeiten sind zwar tabu, Änderungen sind trotzdem möglich.
Christian Glaus
Der Luzerner Stadtrat will bessere Bedingungen für Geschäfte. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Luzerner Stadtrat will bessere Bedingungen für Geschäfte. (Bild: Philipp Schmidli)

Eiselin-Sport, Papeterie Spaeti, Metzgerei Schär oder Musik Hug: Es gibt viele Beispiele von Firmen, welche in den letzten Jahren ihren Betrieb geschlossen oder die Stadt Luzern verlassen haben. In der Altstadt folgt auf solche Firmen meist ein Uhren- oder Kleiderladen. Der Branchenmix verarmt.

In Bezug auf die Arbeitsplätze ist dies nur halb so schlimm. Das ist der Antwort des Stadtrats auf eine Interpellation von Albert Schwarzenbach (CVP) zu entnehmen. Luzern sei gemäss dem aktuellsten Detailhandelsbericht der Credit Suisse «die einzige grosse Stadt, welche im Detailhandel einen Beschäftigungszuwachs verzeichnete». Dieser betrug zwischen 2011 und 2014 hochgerechnet auf Vollzeitstellen 0,3 Prozent. Allerdings ist dieser Zuwachs nur den Uhren- und Schmuckfirmen mit einem Plus von 40 Prozent zu verdanken.

Was also macht die Stadt gegen das Lädelisterben? Die Stadt könne nur Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen, heisst es in der Interpellationsantwort. Drei Handlungsfelder listet der Stadtrat dabei auf. Eines sind die Erschliessung und die Ladenöffnungszeiten. Bei letzterem ist der Spielraum aufgrund des kantonalen Gesetzes eingeschränkt. Zwischen 2006 und 2013 haben die Stimmberechtigten des Kantons Luzern dreimal die Liberalisierung der Laden­öffnungszeiten abgelehnt. «Wir werden deshalb keine Initiative zur Änderung des kantonalen Gesetzes starten», sagt Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub (CVP).

Rechtsgutachten liegt vor

Doch das kantonale Gesetz lässt einen gewissen Ermessensspielraum offen. «Wir sind nun sorgfältig daran, diesen Spielraum auszuloten», so Bitzi. Dabei geht es etwa um die Abgrenzung von speziell auf den Tourismus ausgerichteten Läden. Diese können längere Öffnungszeiten beantragen und auch sonntags öffnen. Die Stadt hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das unter anderem aufzeigen soll, welche rechtlichen Möglichkeiten die Stadt zur Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten hat. Dieses liegt nun vor und wird laut Bitzi verwaltungsintern ausgewertet. «Noch ist nichts spruchreif.» Bitzi rechnet damit, dass die Ergebnisse nach den Sommerferien in den Stadtrat kommen. Ziel sei es, dass die Läden ihre Öffnungszeiten möglichst flexibel an die Kundenwünsche anpassen könnten.

Bei der Erschliessung soll die Stadt dank Sicherheitsmassnahmen für Fussgänger sowie ausgebauten Velowegen attraktiver werden. Zudem sollen Parkplätze mit lenkenden Massnahmen den verschiedenen Benutzergruppen (Anwohner, Handwerker, Kunden) optimal zugewiesen werden. Die Stadt erstellt derzeit ein Grundkonzept Parkierung, das voraussichtlich im Herbst ins Stadtparlament kommt. Inhaltlich kann sich Daniel Rudin, Bereichsleiter Mobilität, noch nicht dazu äussern. Wichtig sei nun, eine detaillierte Analyse für eine klare Grundlage zu schaffen. Ein Thema werden die digitalen Fortschritte sein. Diese lassen neue Formen der Parkplatzbewirtschaftung zu. So sind etwa je nach Nachfrage unterschiedliche Tarife möglich. Im Konzept geht es primär um die Frage, wie der öffentliche Raum genutzt wird. Eine höhere Auslastung der Parkplätze würde der Mobilitätsstrategie widersprechen, da dies zu mehr Verkehr führen würde.

Ein weiteres Handlungsfeld gegen das Lädelisterben ist die Aufwertung der Innenstadt. Steigt die Aufenthaltsqualität, bleiben die Passanten länger in der Stadt und sind eher geneigt, Einkäufe zu tätigen. Ebenfalls genannt wird das Stadtmarketing. «Die Stadt muss ihre Vorzüge pflegen und sich noch stärker darauf fokussieren», heisst es in der Interpellationsantwort.

Interpellant Albert Schwarzenbach ist mit der Beantwortung nur teilweise zufrieden. Zwar begrüsst er, dass der Stadtrat sich für flexiblere Ladenöffnungszeiten starkmacht. Insgesamt findet er aber: «Es fehlt eine Vision.» Die Antwort biete eine Grundlage für die politische Diskussion. Damit ist es wohl aber noch nicht erledigt. Schwarzenbach: «Wir müssen das Thema weiterführen.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

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