Länger shoppen vor Feiertagen

Luzerner können vor Feiertagen vielleicht schon bald bis 18.30 Uhr einkaufen. Und auch eine Stunde länger am Samstag steht zur Debatte.

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Vor Feiertagen einkaufen bis 18.30 Uhr: Das soll im Kanton Luzern bald möglich sein. Heute schliessen die Läden vor Feiertagen bereits um 17 Uhr. (Bild: Karikatur Jals)

Vor Feiertagen einkaufen bis 18.30 Uhr: Das soll im Kanton Luzern bald möglich sein. Heute schliessen die Läden vor Feiertagen bereits um 17 Uhr. (Bild: Karikatur Jals)

Der Ladenschluss im Kanton Luzern wankt wieder: In einem Gesetzesentwurf schlägt die Regierung vor, die Ladenöffnungszeiten vor Feiertagen um eineinhalb Stunden zu verlängern. Damit könnte man im Kanton Luzern vor Feiertagen künftig bis um 18.30 Uhr statt wie heute nur bis um 17 Uhr einkaufen. Die Regierung will so der werktätigen Bevölkerung ermöglichen, auch vor Feiertagen nach Büroschluss noch einkaufen zu können.

Kantonsrat entscheidet

Der regierungsrätliche Gesetzesentwurf dürfte im Kantonsparlament gute Chancen haben. Denn dieses hat einen entsprechenden Vorstoss von Roland Vonarburg (CVP, Schötz) vor gut einem Jahr mit 41 zu 39 Stimmen überwiesen. Heute dürfte das Stimmenverhältnis klarer ausfallen, da seit den Wahlen vom April auch die Grünliberalen im Parlament vertreten sind, die sich gegenüber unserer Zeitung klar für eine Liberalisierung aussprechen.

Hinter dem Vorschlag der Regierung stehen auch CVP, FDP und SVP. Dies geht aus den Vernehmlassungsantworten hervor. «Die in unseren Nachbarkantonen teils markant veränderten Öffnungszeiten benachteiligen zahlreiche Geschäfte des Kantons Luzern im Wettbewerb», schreibt etwa die FDP in ihrer Vernehmlassungsantwort.

Bei den Detaillisten will man die geplante Lockerung offenbar schlucken: «Wir widersetzen uns längeren Öffnungszeiten vor Feiertagen nicht», sagt Heinz Bossert, Präsident des Detaillistenverbands des Kantons Luzern. Die Mitteparteien CVP und FDP möchten gemäss ihren Vernehmlassungsantworten sogar noch einen Schritt weitergehen als die Regierung. Sie sprechen sich nicht nur für längere Öffnungszeiten vor Feiertagen aus, sondern auch für mindestens eine Stunde mehr am Samstag. Damit könnten die Geschäfte neu bis um 17 Uhr geöffnet haben – statt wie heute nur bis um 16 Uhr.

Ob die Regierung diesen Wunsch in ihre Gesetzesvorlage an den Kantonsrat aufnimmt, ist ungewiss. Das Justizdepartement wertet zurzeit die Vernehmlassungsantworten aus.

SP und Grüne dagegen

SP und Grüne sind klar gegen eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Sie rufen die Abstimmung von 2006 in Erinnerung, als sich das Volk klar gegen jegliche Lockerung ausgesprochen hat. «Für die SP gibt es keinen Grund, diesem Volkswillen nicht Folge zu Leisten», so die Partei. Für die SP kommen Liberalisierungsschritte ohne zusätzlichen Schutz fürs Verkaufspersonal nicht in Frage. Die Grünen kritisieren: «Bei einer Ausdehnung verteilt sich lediglich der Einkauf auf eine längere Zeit. Das aber hat mehr Personalkosten und Selbstausbeutung durch Geschäftsinhaber kleiner Läden zur Folge.» Profitieren würden die Grossverteiler.

Thomas Oswald

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