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LÄRM: Bypass: Kriens hofft auf Unterstützung aus Luzern

Der Bund kommt der Gemeinde Kriens in Sachen Lärmschutz nur leicht entgegen. Der Gemeinderat will nicht aufgeben – zumal er auch andernorts Nachteile befürchtet.
Das Südportal des Sonnenbergtunnels in Kriens mit der Grosshofbrücke. Bild: Nadia Schärli (6. September 2016)

Das Südportal des Sonnenbergtunnels in Kriens mit der Grosshofbrücke. Bild: Nadia Schärli (6. September 2016)

Ein klares Zeichen hat der Bundesrat diese Woche ausgesandt: Er sagt Ja zum generellen Projekt Bypass Luzern und beauftragt das Bundesamt für Strassen (Astra) mit der weiteren Planung (Ausgabe vom Donnerstag). Der Bypass, dessen Kernstück ein weiterer Tunnel durch den Sonnenberg mit zwei Fahrspuren pro Richtung ist, soll Stadt und Agglomeration Luzern vom Verkehr entlasten. Allerdings befürchten die Krienser mehr Verkehr – und vor allem Lärm. Sie fordern deshalb, dass das Portal des Sonnenbergtunnels verlängert wird und der Autobahnabschnitt auf Krienser Boden auf einem möglichst langen Abschnitt überdacht wird. Der Bund ist allerdings nur zu einem kleinen Kompromiss bereit. Er will das Portal des Sonnenbergtunnels um 200 Meter verlängern.

Unterstützung vom Kanton kann die Gemeinde in dieser Frage nicht erwarten. Schon mehrfach sagte Baudirektor Robert Küng (FDP) gegenüber unserer Zeitung, dass der Bund der Krienser Forderung weit entgegengekommen sei. Würde man die Autobahn auf einem längeren Abschnitt überdachen, würde dies zu massiven Mehrkosten führen. Küng befürchtet, dass dies das Projekt gefährden könnte – was er natürlich nicht riskieren will.

«Wir haben ähnliche Probleme»

Kriens steht also im Kampf für einen besseren Lärmschutz alleine da. Dessen ist sich Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne) bewusst, dennoch will er weiterkämpfen. Unterstützung erhofft er sich von der Stadt Luzern: «Beide Gemeinden haben ähnliche Probleme. Auf ihrem Boden sollen neue Strassen gebaut werden, die zu massiv mehr Verkehrslärm führen», erklärt Wiget. Im Fall der Stadt Luzern ist es die Spange Nord, der neue Autobahnzubringer, der vom Kanton geplant wird. Der Stadtrat ist mit der bisher geplanten Spange Nord nicht zufrieden und will laut Verkehrsdirektor Adrian Borgula über die Vernehmlassung «allenfalls Einfluss nehmen». Klar ist: Ohne Spange Nord ist der Nutzen des Bypass gering. Wiget hofft deshalb, dass Luzern und Kriens gemeinsam einen besseren Lärmschutz erkämpfen können.

Neben dem Lärm beschäftigt ein weiterer Punkt den Krienser Gemeindepräsidenten: Die Chancen für den Tiefbahnhof Luzern scheinen zu schwinden. Verkehrsministerin Doris Leuthard erklärte in unserer Zeitung, dass kaum zwei Milliardenprojekte gleichzeitig in Luzern realisiert werden (Ausgabe vom 21. Oktober). Entweder Bypass oder Tiefbahnhof. «Es deutet einiges darauf hin, dass vorerst nur der Bypass realisiert wird», sagt Wiget.

Ein Anhaltspunkt ist der aktuelle Planungsstand. Beim Bypass läuft nun die konkrete Planung an. Das Astra bereitet einen Projektwettbewerb für die Gestaltung des Sonnenberg-Südportals inklusive Grosshofbrücken vor, wie Mediensprecherin Esther Widmer bestätigt. Zudem wird ein Ausführungsprojekt erarbeitet. Beim Tiefbahnhof ist man von einer solch konkreten Planung noch weit entfernt.

«Ein Bypass ohne Tiefbahnhof würde dem Verlagerungsziel von der Strasse auf die Schiene klar widersprechen», sagt Wiget. Kriens sei bereit gewesen, gewisse Opfer zu bringen, wenn dafür die Stadtumfahrung und der Tiefbahnhof der Region einen Nutzen gebracht hätten. «Nun sieht es aber danach aus, dass für uns der schlimmste Fall eintritt: zehn Jahre Baustelle, mehr Strassenlärm, aber kein Nutzen für die Verkehrsverlagerung aus der Innenstadt auf die Schiene.»

Hinzu kommt, dass die Kapazitäten auf der A 2 laut Astra nicht ausgebaut werden müssen, um den Transitverkehr an Luzern vorbeizuschleusen. Hingegen sind die Engpässe auf der Schiene unbestritten. Wiget dazu: «Bypass statt Durchgangsbahnhof, wonach es im Moment aussieht – da sind Bund und Kanton argumentativ in Rücklage.»

Christian Glaus

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