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LÄRM: Emmen muss Strassen sanieren

In den nächsten drei Jahren muss Emmen für mehr Lärmschutz auf Gemeindestrassen sorgen. Andernfalls drohen hohe Kosten.
Dichtes Verkehrsaufkommen auf der Gerliswilstrasse. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Dichtes Verkehrsaufkommen auf der Gerliswilstrasse. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Lärm: Den Strassenlärm-Immissionskataster finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bonus

Durch die Gemeinde Emmen fliesst ein grosser Teil des Verkehrs aus dem Kanton in die Stadt Luzern. Das Verkehrsaufkommen entlang der Strassen bringt viel Lärm mit sich. Gemäss Lärmschutzverordnung des Bundes müssen Kantons- und Gemeindestrassen bis zum 31. März 2018 in Bezug auf den Strassenlärm saniert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Bundesbeiträge für die Lärmschutzmassnahmen gesprochen. Nach Ablauf der Frist können Liegenschaftsbesitzer, die von Lärm über dem Grenzwert betroffen sind, auf Schadenersatz klagen.

Kantonsstrassen: Sanierung fertig

Am lautesten sind in Emmen Liegenschaften entlang der Kantonsstrassen, wie der kantonale Strassenlärm-Immissionskataster zeigt. Vor allem die Gerliswilstrasse inklusive Sprengi-Kreisel, die Rothenburg- und die Seetalstrasse sind Lärm-Hotspots. Gemäss Werner Stalder, Teamleiter Lärmschutz bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, wurde jedoch die Lärmsanierung bei fast allen Kantonsstrassen in Emmen bereits vorgenommen. Noch offen ist die Sanierung der Rothenburgstrasse zwischen Autobahn und Kreisel Hübeli- und Schürstrasse. «Die Lärmsanierungen sind technisch, rechtlich und finanziell abgeschlossen. Alle möglichen und sinnvollen Massnahmen sind umgesetzt», sagt Stalder. «Wo keine Lärmschutzwände möglich waren, wie es innerorts meist der Fall ist, wurden Schallschutzfenster bei den exponierten Häusern eingebaut», sagt Stalder. Die Liegenschaften gelten somit als abschliessend abgehandelt. Der Lärm bleibt allerdings, denn der Verkehr als Lärmquelle nimmt vorläufig nicht ab.

Es gibt Nachholbedarf

Während der Kanton seine Strassen saniert hat, gibt es bei den Gemeindestrassen Nachholbedarf. Davon betroffen sind insbesondere die Rüeggisinger-, die Erlen- und die Mooshüslistrasse. Ebenfalls zu laut sind Halden-, Schützenmatt-, Oberhof- und Gersagstrasse. Die Gemeinde lässt zurzeit ein Lärmsanierungsprojekt ausarbeiten. In der langfristigen Investitionsplanung von 2016 bis 2020 befindet es sich jedoch unter den «nicht priorisierten Projekten». Gemäss Gemeinderat kostet es 300000 Franken. Die Hälfte davon übernimmt der Bund, wenn die Strassen vor März 2018 saniert sind.

LKW-Fahrverbote?

Welche Strassen wie saniert werden, hängt gemäss Gemeinderat Josef Schmidli von deren Status ab. «Bei einer Quartiererschliessungsstrasse ist es möglich, das Tempo zu reduzieren und so den Lärm zu dämmen. Bei einer Verbindungsstrasse ist das schwieriger.» Im Lärmsanierungsprojekt der Gemeinde werden die möglichen Massnahmen eruiert. Die Massnahmen werden laut Gemeinderat in einem Kaskadenmodell priorisiert. Zuerst müsse die Quelle des Lärms behoben werden. Möglichkeiten dazu seien Lastwagenfahrverbote, Geschwindigkeitsreduktionen sowie der Einbau von leiseren Belägen. Wenn dies nicht möglich wäre, müssten Schallschutzwände oder Zwischenbauten eingesetzt werden, so der Gemeinderat. Die letzte Möglichkeit sei, in die betroffenen Häuser Schallschutzfenster einzubauen.

Nicht für alle Strassen seien dieselben Massnahmen sinnvoll. Für jede müsse eine individuelle Lösung gefunden werden. «Die Erlenstrasse erschliesst ein Quartier. Hier haben wir zusätzlich das Problem von unerwünschtem Schleichverkehr», so Schmidli. «Deshalb könnte eine Temporeduktion zielführend sein.» Ausserdem würden die Anwohner der Strasse ohnehin eine Verkehrsberuhigung befürworten, wie eine eingereichte Petition zeige. Zudem sagt der Gemeinderat: «In anderen Quartieren wird Tempo 30 sehr gut akzeptiert.»

Umsetzung auf 2017 geplant

Derweil präsentiert sich eine andere Situation an der Rüeggisingerstrasse, einer der meistbefahrenen Gemeindestrassen Emmens. «Sie wurde vor nicht allzu langer Zeit saniert. Dort macht es keinen Sinn, den Belag zu erneuern. Auch eine Temporeduktion wird schwierig, da die Strasse eine Hauptachse ist», erklärt Schmidli. Deshalb könnten dort Lärmschutzwände in Frage kommen. Bei der Mooshüslistrasse verhält es sich wieder anders. «Eine Teilsanierung im Zuge der Überbauung Feldbreite ist ohnehin vorgesehen», sagt Schmidli. Den ganzen Belag zu erneuern, sei jedoch teuer. Günstiger wäre ein Einbau von Lärmschutzfenstern. «Da geht es auch um eine Güterabwägung.»

Gemäss Gemeinderat ist bis Ende Jahr klar, wie die Situation an den betroffenen Strassen aussieht. Nächstes Jahr sollen die Massnahmen bestimmt werden, bis 2017 ist eine Umsetzung geplant. Schmidli: «Momentan sind wir mit der Ausarbeitung auf Kurs.»

Beatrice Vogel

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