LÄRM: Suva warnt vor laut aufgenommener Musik

Musik in digitalen Formaten wie CD oder MP3 ist in den letzten 25 Jahren immer lauter geworden, was nicht unproblematisch ist. Das hat die in Luzern domizilierte Suva herausgefunden.

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Ein Mann surft auf einer legalen MP3-Download-Plattform. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Ein Mann surft auf einer legalen MP3-Download-Plattform. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Suva hat 400 Musiktitel aus Pop, Jazz und Klassik gemessen und dabei festgestellt, dass Musik auf CD, MP3, WMA oder WAV immer lauter geworden ist. Der Test fand anlässlich des internationalen Tags gegen Lärm vom kommenden Mittwoch statt. So wurde etwa die im Jahr 1985 erschienene CD «Brothers in Arms» der Dire Straits in den Jahren 1995 und 2005 erneut veröffentlicht mit einem so genannten Remastering. Dies hatte laut Suva zur Folge, dass der Dauerschallpegel des Titels «So Far Away», der 1985 noch 88 Dezibel betrug, 1995 auf 93 Dezibel und 2005 sogar auf 99 Dezibel stieg. Unter dem Druck der Musikproduzenten, die glauben, dass sich laute Musik besser verkaufe, verstärken Toningenieure leise Stelle und verdichten die Musikstücke, wobei laut Suva sogar Verzerrungen in Kauf genommen werden. Diese Entwicklung ist laut Suva kritisch, weil sie Konsequenzen für das Gehör hat.

Klassische Musik nicht betroffen
Auf einem MP3-Gerät nach Euro-Norm mit einem Grenzwert von 100 Dezibel erreicht Musik von 1985 maximal einen Dauerschallpegel von 90 Dezibel und darf somit pro Woche zehn Stunden lang gehört werden. Aktuelle Musiktitel kommen dagegen auf 100 Dezibel oder mehr und können dem Gehör nur eine Stunde pro Woche zugemutet werden, um Gehörschäden zu vermeiden. Bei klassischer Musik tritt das Problem nicht auf, weil laute Stellen nur kurz dauern und die leisen Stellen dem Gehör Erholung verschaffen. Um Gehörschäden zu vermeiden empfiehlt die Suva eine Verbesserung der Geräte, etwa mit Systemen, die vor Gehörüberlastung warnen.

ap