Lagerdraht
Bald geht's los: Jubla und Pfadi Luzern bereiten sich auf den zweiten Lagersommer während der Pandemie vor

Während heuer weniger Schullager stattfinden, sieht das bei Jubla und Pfadi ganz anders aus. Die Jubla organisiert ein ganz besonderes Kantonslager – und die Pfadi rechnet mit grösserem Zulauf.

Simon Mathis
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Unlängst hat das Luzerner Parlament das regierungsrätliche Schullager-Verbot aufgehoben. So manche Klasse wurde dadurch überrumpelt – und kann trotzdem nicht auf Reisen, da die Vorlaufzeit zu kurz ist. Anders sieht das bei den Pfadis und Jublas im Kanton aus. Dort laufen die Vorbereitungen seit längerem. Mittlerweile haben sie die heisse Phase erreicht.

Das sei möglich, weil das Bundesamt für Sport Mitte April festhielt, dass «Lager zum jetzigen Zeitpunkt mit Schutzkonzepten möglich» seien, sagt André Marty, Pfadiname «Pscht», Vorstandsmitglied der Pfadi Kanton Luzern. Echte Planungssicherheit gibt das nicht: Falls sich die Situation wieder ändert, kann das auch Konsequenzen für die Lager haben.

Trotzdem: Seither setze die Pfadi alles daran, dass es auch organisatorisch klappt. «Die Motivation ist superhoch, wir sind sehr optimistisch», sagt Marty. Zurzeit befänden sich 65 Pfadilager in Planung.

Lagerdraht: Jetzt anmelden!

Die «Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben führen den Lagerdraht zum 46. Mal durch. Anmeldungen für den Lagerdraht nehmen wir bis zum 30. Juni 2021 online unter www.luzernerzeitung.ch/lagerdraht entgegen.

Auch dieses Jahr berichten wir während der Sommerferien von den Erlebnissen aus den Lagern der Zentralschweizer Vereine und Schulen. Nebst den täglichen Telegrammen können die Lager auf www.luzernerzeitung.ch/lagerdraht auch ihre eigene Fotogalerie publizieren und Videos hochladen. Zudem gibt es einen Fotowettbewerb. Gesucht wird das beste Lagerbild.

Für Daheimgebliebene gibt es ein Ferien-Zeitungsabo während sechs frei wählbarer Wochen im Sommer für Fr. 30.00 (Print und Digital) oder Fr. 25.00 (nur Digital): www.luzernerzeitung.ch/ferienabo. (sma)

Für die Abreise ist ein Covid-Test nötig

In den Lager selbst herrschten einfach die Grundregeln, die auch im Alltag gelten, berichtet er. Mit einem wesentlichen Unterschied: Für alle Teilnehmer gibt es eine Corona-Testpflicht 48 Stunden vor Abreise. Wer ins Lager gehen will, muss also ein Negativresultat vorweisen. Für die Tests seien die Erziehungsberechtigte verantwortlich. André Marty rechnet mit ungefähr gleich vielen Teilnehmenden wie letztes Jahr.

«Es könnte sogar sein, dass es einen Anstieg gibt. Denn Familienferien waren bis anhin nicht wirklich möglich.»

Ein Hinweis darauf gibt das Jahr 2020, der erste Lagersommer während der Pandemie. «Die Zahlen haben sich da nicht wesentlich von normalen Lagersommern unterschieden», berichtet Marty. Er betont, dass es im vergangenen Jahr in Pfadilagern keine nachgewiesenen Corona-Ansteckungen gegeben habe. «Das zeigt, dass eine coronakonforme Durchführung von Lagern durchaus möglich ist.»

Die Organisation von solchen Lagern sei ein «Riesenaufwand», sagt André Marty. Er sei stolz auf alle Lagerleiterinnen und -leiter, die so viel Zeit, Energie und Engagement in die Lager investieren. Zur den Regelungen des Kantons Luzern äussert sich Marty nicht. Das ist nur logisch. Denn: «Pfadilager finden ja allermeistens ausserhalb des Kantons statt», so Marty. «Deshalb sind für uns auch nicht die Luzerner Vorgaben entscheidend, sondern diejenigen des Kantons, bei dem wir zu Gast sind.»

Kala findet heuer statt – aber anders als bisher

Für die Jubla Luzern wird der Sommer 2021 ein besonderer. Denn heuer findet das Kantonslager KALA statt, das im vergangenen Jahr verschoben werden musste. Zwar werden beim KALA rund 2500 Leute dabei sein, diese werden aber in Gruppen von je 200 Personen unterteilt. «Rein gesetzlich gelten momentan für Lager keine Personenbeschränkungen», erläutert Ramon Stalder, Co-Präsident des OK.

«Aber wir wollen ganz bewusst kein Grosslager veranstalten, das wäre unverantwortlich.»

Das heisst konkret, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Risch-Rotkreuz auf etwa acht Standorte verteilt werden. «Es wird keine Veranstaltung mit allen gemeinsam geben, stattdessen besuchen wir mit einer mobilen Bühne alle Standorte.»

Das Planungsteam besteht aus rund 80 Personen. «Jetzt, da die Pläne endlich konkret werden, sind wir mit vollem Elan dabei», sagt Ramon Stalder. Die Planung habe bereits 2016 gestartet, nun plane man seit über einem Jahr um. Da habe es schon einige Durchhänger gegeben. «Jetzt ist die Motivation aber sehr hoch.»

Auch beim Kala gilt, dass es zur Teilnahme einen nagativen Coronatest braucht. «Wir klären zurzeit ab, ob wir im Lager zwei bis drei Mal Spucktests machen können», sagt Stalder. «Das scheint uns sinnvoll zu sein.» Das Lager wird aus ungefähr 40 Scharen bestehen. Beim letzten Kala 2010 waren es über 50 Scharen mit ungefähr 3500 Teilnehmenden. «Fünf Scharen haben in den letzten 2 Monaten noch abgesagt, da sie selbst etwas organisieren wollen», sagt Stalder. Das sei gar kein Problem: «Wenn einzelne Scharen für sich organisieren wollen, ist das natürlich völlig in Ordnung.»

Mischung aus «Vorfreude und Vorsicht»

Da diesen Sommer das Kala stattfindet, verzeichnet die Jubla deutlich weniger Einzellager als im Vorjahr, sagt Simon Richmond, Mediensprecher der Jubla Luzern. Die Zahl der Mitglieder steigt zurzeit an; das zeige, dass das Interesse am Programm gross sei. Trotzdem: Wie viele Teilnehmende es dieses Jahr geben wird, lasse sich nur schwer einschätzen. 2020 sei die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer leicht zurückgegangen: Die Jubla verzeichnete 2700 Teilnehmer und 1100 Leiterinnen und Leiter. 2019 waren es noch 4300 Teilnehmer und 1600 Leiter. Bei dieser Rechnung müsse man jedoch bedenken, dass 2020 viele Scharen ein Alternativprogramm organisiert haben, das nicht in der offiziellen Jubla-Statistik auftauche.

«Letztes Jahr mussten wir das Kala verschieben, viele Scharen haben kurzfristig eigene Ersatzlager organisiert. Umso mehr freuen wir uns dieses Jahr auf unser Kala», sagt Richmond. «Ausserdem war das Durchführen der Sommerlager mit den pandemiebedingten Schutzmassnahmen im letzten Sommer für die Leitenden eine neue Erfahrung.» Dieses Jahr sehe die Sache anders aus:

«Wir wissen jetzt, was auf uns zukommt. Wir sind uns auch bewusst, dass die Pandemie noch nicht ausgestanden ist und wir in einer gesellschaftlichen Verantwortung stehen.»

Auch bei der Jubla gilt Testpflicht – und die Massnahmen sind dieselben wie bei der Pfadi. «Bei uns herrscht eine Mischung aus Vorfreude und Vorsicht», sagt Richmond. «Aber grundsätzlich freuen wir uns natürlich riesig auf eine erlebnisreiche Sommerlagerzeit.»