Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Tonnenweise Material und viele helfende Hände: Der letzte Kraftakt vor dem Sommerlager

Endlich ist sie da: die Lagerzeit. Bevor es richtig los ging, waren noch einige logistische Aufgaben zu stemmen. Wie in Neuenkirch.
Simon Mathis
Abteilungsleiter Mathias Häcki (unten mit Sonnenbrille) beim Aufladen der Küchenutensilien. (Bild: Jakob Ineichen, Neuenkirch 5. Juli 2019)

Abteilungsleiter Mathias Häcki (unten mit Sonnenbrille) beim Aufladen der Küchenutensilien. (Bild: Jakob Ineichen, Neuenkirch 5. Juli 2019)

Es ist Holz, Holz und nochmals Holz, das helfende Hände in einen Lastwagen hieven: Tische, Bänke, Kisten, Balken, Pfosten und Bretter. Es folgen Töpfe, Milchkannen, und viele «Töggel». Schliesslich landen Zelte zum Stopfen im Anhänger. Das kleine Einmaleins des Packens muss man dem Leiterteam der Pfadi Wartensee in Neuenkirch nicht beibringen. Die gut 15-köpfige Truppe hat es verinnerlicht; fleissig packen die jungen Frauen und Männer unter der heissen Sonne des gestrigen Freitagabends an.

Hin und wieder treten Eltern ans Pfadihaus, um das Gepäck ihrer Kinder abzugeben. So sammelt sich vor der Hausmauer ein ordentlicher Haufen Koffer und Taschen. Auch diese Gepäckstücke werden heute Samstag per Lastwagen nach Huttwil im Kanton Bern verfrachtet. Dort findet das diesjährige Sommerlager der Pfadi Wartensee statt. Am Sonntag werden rund 120 Kinder zum Lagerplatz reisen – manche per ÖV, manche per Velo.

«Es kommt immer etwas retour»

Ein Lager mit so vielen Teilnehmern will geplant sein. Die Organisation fängt bereits im Spätherbst an, sagt der 23-jährige Mathias Häcki, Abteilungsleiter der Pfadi Wartensee. Schon zum fünften Mal begleitet der Neuenkircher Architekt ein Lager als Abteilungsleiter.

Grob geschätzt muss rund drei bis vier Tonnen Material nach Huttwil transportiert werden. Ein Drittel davon stellt das Bundesamt für Sport zur Verfügung – und transportiert es gleich an den Lagerort. Dabei handelt es sich vor allem um Dinge, die eine Pfadi das Jahr über nicht braucht; Militärplanen für den Zeltbau etwa, aber auch Wolldecken, Spaten, Beile und Volleyballnetze. Manches Baumaterial bezieht die Pfadi Wartensee nach Möglichkeit auch von Firmen, die sich in der Nähe des Lagerplatzes befinden; zum Beispiel Holz von einer einheimischen Sägerei.

Für die restlichen zwei Drittel ist die Pfadi selbst verantwortlich. Deswegen das Treiben am Freitagabend in Neuenkirch. Das Leiterteam packt die Sachen, die schon seit Langem bereit stehen und vor zwei Wochen noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wurden, in einen Lastwagen der Landi. Die erste Ladung fuhr bereits am Mittwoch nach Huttwil – mit einem Viehtransporter. Der so genannte «Vortrupp» baut bereits jetzt wichtige Infrastruktur wie das Küchenzelt. Denn wenn die Kinder kommen, gibt es hungrige Magen zu füllen. Eine mühselige Arbeit? Nicht unbedingt, findet Mathias Häcki. «Ich mache das gern», sagt er, denn:

«Es kommt immer was retour. Zwei Wochen mit Jugendlichen etwas auf die Beine zu stellen, das ist doch cool!»

Es sei kein Zufall, dass die Lagerleiter mehrere Wochen von ihren Ferien für die Organisation aufwenden.

Konstruktives Können gefragt

Besonders die Vorbereitung und Organisation liegt Häcki. «Entscheidend ist, ein Team zu haben, auf das Verlass ist. Man muss Aufgaben delegieren können.» Häckis Berufs- und Lagerleben bereichern sich gegenseitig. «Ich habe Architektur studiert, weil ich Freude daran habe, zu bauen und mit den Händen zu schaffen. Für unsere Lagerbauten braucht man natürlich konstruktives Können, aber auch Kreativität und immer ein bisschen Improvisation.»

Das traditionelle Küchenzelt der Pfadi Wartensee ist stattlich: Es besteht aus rund 120 Militärplanen, gespannt über eine Dreibeinkonstruktion aus Holzstämmen in rund fünf Metern Höhe. In Huttwil entsteht dieses Jahr zusätzlich eine Holzplattform in drei Meter Höhe, auf denen die Zelte der Pfadistufe stehen.

Beim Abbau ist Häcki jeweils nicht mehr ganz so motiviert wie beim Aufbau. «Wenigstens geht der Abbau meist schneller. Das mag daran liegen, dass man nach zwei Wochen Natur irgendwann auch mal wieder froh ist, nach Hause zu gehen», sagt er mit einem Schmunzeln. Aber natürlich: Es ist noch viel zu früh, um an den Abbau zu denken. Der kommt früh genug. Der nächste wichtige Termin ist dieser Sonntag; die Anreise der Abenteuerlustigen – nicht nur in Huttwil.

Fast 20'000 zieht's fort

329 Zentralschweizer Lager mit insgesamt gegen 20 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich heuer für den Lagerdraht angemeldet. Ab Montag werden sie via Luzerner Zeitung und Regionalausgaben Telegramme sowie Fotos und Videoclips nach Hause schicken. Die meisten angemeldeten Lager reisen an einen Ort in die Schweiz. Fünf Lager zieht es hingegen ins Ausland.

Die Lagerdestinationen verteilen sich gleichmässig über die Schweiz. Bern und Luzern sind die beliebtesten Ziele Die stärkste Anziehungskraft übt der Kanton Bern aus; über 62 Lager schlagen dort ihre Zelte auf. An zweiter Stelle liegt der Kanton Luzern mit 40 Lagern, an dritter Graubünden mit 32. Das Podest verfehlt hat der Kanton Zürich mit immerhin 20 Lagern. Die grössten Lücken gibt’s im Welschland und im Tessin. Eine interaktive Karte mit allen Lagerdestinationen finden Sie hier. (sma)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.