LAGERUNG: Bibliothek für 14 Millionen Bücher

In Büron soll ein hochmodernes Bücherlager entstehen. Im Dorf stösst das auch auf Kritik.

Luzia Mattmann
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So ähnlich könnte das Büchermagazin in Büron aussehen: Im Bild ist das Aussenlager der Norwegischen Nationalbibliothek in Mo i Rana. (Bild: PD)

So ähnlich könnte das Büchermagazin in Büron aussehen: Im Bild ist das Aussenlager der Norwegischen Nationalbibliothek in Mo i Rana. (Bild: PD)

Im Kanton Luzern soll schon in zwei Jahren eine Speicherbibliothek der Superlative entstehen. 14 Millionen sollen in dem geplanten Hochregallager in Büron im Vollausbau untergebracht werden, der 29 Millionen Franken kostet. «Heute kann sich kaum eine Bibliothek leisten, ihre Bestände gesamthaft an zentralen Standorten aufzubewahren», begründet Karin Pauleweit, Leiterin der Dienststelle Hochschulbildung und Kultur. «Der Boden an zentraler Lage ist rar und die Baukosten sind zu hoch.» Deshalb wähle man die Lösung, die aktuellen Bestände am zentralen Ort zugänglich anzubieten und die weniger stark nachgefragten Bestände in einem Aussenlager aufzubewahren.

Nutzen wird hinterfragt

In Büron stösst die geplante Speicherbibliothek aber nicht nur auf Freude. «Wenn man die Bürger fragt, ist eine gewisse Skepsis da», sagt Gemeindepräsident Jürg Schär. «Man sieht teilweise den Nutzen nicht in der Speicherbibliothek. Das Land werde verbaut, und neue Arbeitsplätze entstehen wohl auch kaum, heisst es.» So hat sich kürzlich der Pächter des Landes, Hans Steiger, in einem Leserbrief gegen das Projekt gewehrt: «Das Projekt würde drei landwirtschaftliche Betriebe direkt und indirekt schwer schädigen.» Allerdings gehört das Land dem Kanton und ist schon eingezont. Bestenfalls soll die geplante Speicherbibliothek im Sommer 2015 eröffnet werden. Das Stimmvolk entscheidet am 24. November an der Urne über die Vorlage.