Lammschlucht-Kraftwerk steht in der Kritik

Die CKW haben ein Gesuch für ein Kraftwerk in der Lammschlucht eingereicht. Naturverbände und Fischer haben Vorbehalte.

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In diesem Gebiet planen die CKW ihr Kraftwerk: Die Lammschlucht in Flühli. (Archivbild Eveline Beerkircher/neue LZ)

In diesem Gebiet planen die CKW ihr Kraftwerk: Die Lammschlucht in Flühli. (Archivbild Eveline Beerkircher/neue LZ)

Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) wollen ein Ausleitkraftwerk in der Lammschlucht bauen. Ein entsprechendes Konzessions- und Baugesuch ist am letzten Freitag beim Kanton eingegangen, wie Mario Conca von der kantonalen Bewilligungs- und Koordinationszentrale bestätigt. Die Investoren um den Flühler Transportunternehmer André Wermelinger haben ihr Konkurrenzprojekt für einen Stausee fallen gelassen, wie Wermelinger bestätigt.

Das Ausleitkraftwerk der CKW kostet voraussichtlich rund 31,8 Millionen Franken und soll 18,55 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von 4200 Haushalten oder 20 Prozent des Stromverbrauches der ganzen Biosphäre. Laut der CKW wird eine Beteiligung der Gemeinden an dem Projekt geprüft.

Umweltverbände kritisieren

Ein Fragezeichen hinter die Naturverträglichkeit des Projektes setzen die Fischer, Pro Natura und der WWF, die gemeinsam Forderungen an das Kraftwerk stellen. «Die CKW hat im Laufe der Projekterarbeitung die Wassermenge, die für den Strom genutzt werden soll, erhöht, die Restwassermenge hingegen nicht», bemängelt Pro Natura Luzern-Geschäftsführer Samuel Ehrenbold. Das Projekt sei punkto Restwasser und Ersatzmassnahmen trotz Verhandlungen mit den CKW ungenügend. Man behalte sich juristische Schritte vor. Die Verbände und Fischer fordern eine Restwassermenge von mindestens 900 statt wie von der CKW vorgeschlagen 600 Liter pro Sekunde und zusätzliche Ersatzmassnahmen.

Paul Hürlimann von der CKW kontert: «Wir haben die Restwassermenge gegenüber dem gesetzlichen Minimum schon um 75 Prozent erhöht. Weitere Konzessionen sind nicht mehr möglich, da das Projekt schon in seiner jetzigen Auslegung nur noch knapp wirtschaftlich ist.»

Das Konzessions- und Baugesuch für das Kraftwerk an der Waldemme/Lammschlucht wird im Januar 2013 öffentlich ausgeschrieben. Gleichzeitig reichen die CKW ein Baugesuch bei der Gemeinde ein. Der Baustart wird wohl kaum vor 2014 erfolgen, die Bauzeit beträgt etwa zwei Jahre.

Luzia Mattmann

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