«Landauf, Landab»: Festtagstriathlon

Kaufen, feiern, entsorgen: Bald folgt die dritte Etappe des Festtagstriathlons. Der gesellschaftliche Höhepunkt.

Thomas Lötscher alias Veri
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Thomas Lötscher alias Veri.

Thomas Lötscher alias Veri. 

PD

Morgen noch die dritte Etappe im Ökihof und der Festtagstriathlon ist geschafft: Kaufen, feiern, entsorgen. Seit das Kaufen von Marketingfritzen zum Erlebnis erklärt wurde, stauen sich vor Weihnachten in den Shops die Menschen und in den entlegensten Dörfern die Lieferwagen: Die Black-Friday-Beute wird von Niedriglöhnern ausgetragen.

Das Feiern ist dank Digitalisierung friedlicher geworden. Mit Fonduegäbeli in der einen, Weinglas und Handy in der anderen Hand, reicht die Aufmerksamkeit nicht mehr zum Streiten. Statt gesprochen wird quer über den Tisch gechattet, statt gesungen ein kitschiges Weihnachtsvideo herumgereicht. Bis irgendein Tollpatsch mit Pommes-Fingern das Handy ins Pfänni flutschen lässt.

Der gesellschaftliche Höhepunkt der Festtage jedoch ist das Entsorgen. Der Ökihof auf dem Land wird zur Begegnungszone. Niemand wundert sich, dass Gläis Leergut wie nach einem mittleren Oktoberfest abliefert. Man spricht ja miteinander im Dorf. Über Gläis. Mit einem Blick auf die leere Kartonschachtel errät man, dass die junge Frau Felder nicht dick, sondern schwanger geworden ist: «Wickeltisch». Grad schnell gratulieren. Und das alte Kommödli von Wickis, das einem Sideboard weichen musste, entgeht der Mulde, weil der Herr Pfarrer genau so etwas noch suche für den Jugendtreff, wie der Sigrist weiss.

Dass der Gläis später im Engel erzählen wird, der Sigrist hätte dem Herrn Pfarrer einen Wickeltisch zu Weihnachten geschenkt: Von mir erfunden. Wie die ganze Geschichte hier. Egal. Schon in ein paar Stunden wird dieser Text von neuen Meldungen verdrängt sein.