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Kolumne

Landauf, Landab: Schwimmen

In der aktuellen Kolumne berichtet Luzia Mattmann über ihre Vorbehalte gegenüber dem Schwimmunterricht.
Luzia Mattmann
Luzia Mattmann

Luzia Mattmann

Jeder hat seine Leichen im Keller. Meine liegen in der frühesten Primarschulzeit in Hohenrain begraben. Ich konnte mich für die meisten Schulfächer begeistern, nur mit einem stand ich auf Kriegsfuss: Schwimmen. Es war auch für statistisch weniger versierte Personen auffällig, wie oft ich just an jenem Tag krank war, an dem Schwimmen auf dem Stundenplan stand. Und wenn ich mal da war, hatte ich bestimmt das Schwimmzeug vergessen und konnte leider nicht mitmachen. Wenn es dann doch klappte, bibberte ich mich wasserschluckend durch die Stunde.

Mit Schrecken erinnere ich mich daran, wie ich als Erstklässlerin immer wieder unter den Beinen von Frau Wanner durchtauchen musste und sich Ohren und Nase mit Wasser füllten. Es folgten Jahre des erfolglosen Köpfler-Übens und Ring-Tauchens. In der sechsten Klasse war es immer noch nicht besser. Lehrer Leu pflügte zwar prustend in drei Zügen durchs Becken und demonstrierte in beeindruckender Weise die Fortbewegung im Wasser. Ich konnte es trotzdem nicht. Das Schwimmbrett war mein einziger Verbündeter. Erst als ich Jahre später eine Knöchelverletzung hatte und Schwimmen als einziger Sport erlaubt war, versöhnte ich mich einigermassen mit dem Element Wasser.

Kürzlich war ich im Seetal und fragte einen Bekannten, wo man hier mittlerweile Schwimmen gehen könne – vielleicht liessen sich die schlimmen Jugend-Episoden durch frohe Stunden im Wasser übertünchen, dachte ich. Naja, sagte der Bekannte. Das Bad in Hohenrain sei jede zweite Woche offen. Jeweils am Dienstag. Von 18.30 Uhr bis 21 Uhr. Ich bin jemand, der einen Fingerzeig des Schicksals versteht. Das Thema Schwimmbad ist bis auf Weiteres versenkt. Ich gehe lieber in den Baldeggersee. Im Sommer. Vielleicht.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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