Kolumne
«Landauf, Landab»: UsRösslete

Kabarettist Veri äussert sich in der heutigen Kolumne zur Maskenpflicht und den Auswirkungen .

Thomas Lötscher alias Veri
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Thomas Lötscher alias Veri.

Thomas Lötscher alias Veri.

Bild: PD

Bevor der Ochsen mit einer «UsOchsete» ins Bauschuttrecycling verabschiedet wurde, war er jeweils nur fünfmal jährlich – an Kilbi und Markt– offen. Aber wie: drei Lagen Gäste übereinander, Rauchschwaden, Festlärm in Laubbläserqualität. Dass man am Malterser Markt mal Abstand halten, Masken tragen und Tröpfli statt Flaschen zählen würde, unvorstellbar.

Bis gestern. Maskenpflicht. Nur fürs Käseprobieren darfst du kurz lüften. Noch. Wahrscheinlich gibt’s bald Biomasken, mit Salami- oder Erdbeeri-Geschmack, die du gleich mitessen musst. Ich ziehe meinen Boueletampf – so eine Art Babyboomer-Baseballkappe – bis übers Kinn. Nützt grad so gut wie die Schärpe in der Gondelbahn.

Trostlos. Der Marktschreier fuchtelt in Gebärdensprache, s’Kafi Kirsch wird serviert, wie wenn die Chriesi aus Tschernobyl kämen. So werden Beizer nieder gegart, manch einer ist bald froh, er hätte überhaupt noch an fünf Tagen Gäste. Und eine UsRösslete oder UsKreuzete wird der Konkursbeamte kaum ausrichten. Die Marktmaske rettet auch Leben, weil damit Rauchen nicht geht. Ausser die Villiger Krumme, die kriegst du – richtig gedreht– zwischen Kinn und Riemli grad noch so durch, kannst sie aber nur zur Hälfte rauchen, bis die Maske glimmt. Ich trug schon vor 40 Jahren Maske, beim Heu «ielaah» im Entlebuch. Bei 40 Grad Hitze für den Winter vorsorgen, für die Bauern selbstverständlich. Wenn’s schneit, ist’s zu spät.

Beim Corona hat es uns grad die zweite Welle reingeschneit. Überrumpelt, sagt die Regierung. Also zu wenig vorgesorgt. Gut, haben die kein Liegenschäftli, bis Weihnachten wären die Kühe verhungert.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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