Kolumne

Landauf, landab: Von der «himmlischen» Farbenpracht am frühen Morgen

Alt CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger erzählt in unserer Landkolumne «Landauf, Landab», wie es um sein Morgenritual steht.

Ruedi Lustenberger
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Ruedi Lustenberger.

Ruedi Lustenberger.

Whatsapp macht’s möglich. Man vernimmt vieles, was man eigentlich gar nicht zu wissen bräuchte; und trotzdem, interessant sind sie alleweil, die temporären Statusbilder. Statt am Morgen ungeduldig auf die neue Zeitung zu warten – bei uns bringt sie seit eh und je der Briefträger gegen acht Uhr – schau ich erst einmal die neuen Fotos an, die über Nacht auf meinem iPhone gelandet sind.

Die Absender sind fast immer die Gleichen. Gut zwei Dutzend, die sich (un)regelmässig outen. Fasnachts- und Corona-Masken, ferne Strände, alte Städte, Klein und Gross beim Schneemannbauen, umgestürzte Bäume von Sabine und Bianca, Chrigu auf der Velotour, Vroni am Akkordeon, ein guter Spruch, ab und zu ein kurzes Video, Fuchs und Reh, Gams und Hirsch und – ganz kürzlich – sogar ein Biosphärenwolf. Alles eben, was die kleine Welt bewegt.

Ein Motiv wurde in den letzten Wochen mit Abstand am meisten gepostet, es fehlt in dieser Liste noch: das Abend- und das Morgenrot am Firmament. Impressionen, wie man sie hierzulande in dieser Intensität und Häufigkeit noch vor Jahren nur ganz selten gesehen hat. Die Bilder lassen den Empfänger an der «himmlischen» Farbenpracht teilhaben. Übermittelt wird damit ein Gefühl von andächtiger Bewunderung.

Morgenrot und Abendrot, herrlich sind sie anzuseh’n. Vor 180 Jahren schon wurden ihre Schönheit und Sinnhaftigkeit in einem Lied wunderbar beschrieben. Der Himmel zeigt sie uns in jüngster Zeit vermehrt und meint damit im wahrsten Sinn des Wortes: Behaltet sie, eure Hymne mit dem Abend- und dem Morgenrot.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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