Landeskirche investiert in Palliativ-Seelsorge

Das 100-köpfige Parlament der römisch-katholischen Landeskirche Luzern, die Synode, hat einen Kredit für das Pilotprojekt Palliativ-Seelsorge bewilligt. Stefan Strässler (Aesch) ist der neue Präsident der Synode, Armin Betschart (Dagmersellen) derjenige des Synodalrats.

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Stefan Strässler aus Aesch ist neuer Präsident der Synode. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Stefan Strässler aus Aesch ist neuer Präsident der Synode. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Zur palliativen Pflege, der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebenszeit und ihrer Angehöriger, gehöre auch die Seelsorge, heisst es in einem Communiqué vom Mittwochabend. Die katholische Landeskirche werde sich deshalb in einem kantonalen Pilotprojekt einbringen.

Die Synode bewilligte mit grossem Mehr einen Kredit von 51'000 Franken, um ein Modell dafür zu erarbeiten, wie Seelsorgende künftig in der Palliativpflege im Kanton Luzern mitwirken können. Das Projekt, an dem sich auch die reformierte Landeskirche beteiligen soll (deren Synodeentscheid steht noch aus), ist auf zwei Jahre angelegt.

Zusammenarbeit mit der Spitex

Synodalrat Armin Betschart verwies auf das bestehende Konzept, das die Spitex Stadt Luzern zusammen mit Vertretungen verschiedener Disziplinen und Origanisationen sowie mit weiteren Spitex-Vereinen des Kantons erarbeitet habe. Dieses sehe vor, dass Menschen mit unheilbaren Krankheiten möglichst zu Hause bleiben können, wenn sie dies wünschten. Weil zu einer umfassenden Betreuung, auch der Angehörigen, auch die Seelsorge gehöre, habe die Spitex auch die Kirchen zur Zusammenarbeit eingeladen.

Marc-Toni Eggler, Sprecher der Kommission für religiös-kirchliche und soziale Fragen, wies auf die ureigene Aufgabe der Kirche in der Betreuung Kranker und Sterbender hin. ëSie darf diese wichtige Aufgabe deshalb nicht an Dritte verlieren, die darin möglicherweise eine Marktlücke sehen. Den Voranschlag 2012 genehmigte das Parlament - gut 90 der 100 Mitglieder waren anwesend - trotz der roten Zahlen ohne Einwände. Der Synodalrat rechnet bei Einnahmen von rund 8,9 Millionen und Ausgaben von 9,5 Mio. Franken mit einem Minus von 0,6 Millionen.

Neue Präsidien

Alle zwei Jahre wählt die Synode ihr Präsidium und dasjenige des Synodalrats (Exekutive) neu. 2012 und 2013 wird der bisherige Vizepräsident Stefan Strässler das Kirchenparlament präsidieren. Neue Vizepräsidentin ist die Entlebucher Kirchgemeindepräsidentin Annegreth Bienz.

Neuer Präsident des Synodalrats ist der bisherige Vize Armin Betschart, neuer Vizepräsident Thomas Trüeb. Stefan Strässler folgt auf Joseph Durrer (Adligenswil), Armin Betschart auf Maria Graf- Huber (Oberkirch).

sda